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Trotz vieler Absagen: Pumpkin Organics schließt nächste Finanzierungsrunde ab

Gemeinsam führen Jaclyn und Florian Schnau das Food-Startup Pumpkin Organics. - Copyright: Pumpkin Organics
Gemeinsam führen Jaclyn und Florian Schnau das Food-Startup Pumpkin Organics. - Copyright: Pumpkin Organics

Das Food-Startup Pumpkin Organics rund um Gründerin Jaclyn Schnau hat in einer erweiterten Seed-Runde nach eigenen Angaben 4,3 Millionen Euro erhalten. Lead VC ist demnach der deutsche Life-Science-Investor Mey Capital Matrix. Zusätzlich soll das Unternehmen Geld vom Micro VC Feast Ventures sowie einigen bekannten Persönlichkeiten wie der Unternehmerin Tijen Onaran, der Influencerin Charlotte Weise und der Schauspielerin Wolke Hegenbarth erhalten haben. "Wir sind sehr stolz", sagt Schnau. Die Mittelbeschaffung habe sich nämlich alles andere als einfach erwiesen.

Pumpkin Organics sammelte Absagen

Pumpkin Organics stellt Bio-Snacks für Babys und Kleinkinder ohne Zuckerzusatz her. Die ersten Produkte brachte das junge Unternehmen Ende 2017 auf den Markt. Seitdem hat das Startup es unter anderem geschafft, auch im stationären Handel gelistet zu werden. Einige Produkte sind beispielsweise bei Rewe, Basic, Hit, Naturata und LPG erhältlich.

Unternehmerin, Beraterin und bald "Die Höhle der Löwen“-Investorin: Tijen Onaran.
Unternehmerin, Beraterin und bald "Die Höhle der Löwen“-Investorin: Tijen Onaran.

Im vergangenen Jahr sei das Unternehmen um 50 Prozent gewachsen, in 2021 um 32 Prozent, so Schnau. "Im Jahr 2021 haben wir deshalb beschlossen, dass wir einen neuen Investor an Bord holen wollen, damit wir uns weiter entwickeln können", sagt die Gründerin im Gespräch mit Gründerszene. Tatsächlich mit den Gesprächen gestartet habe sie dann allerdings erst im Sommer. Denn nach Ausbruch des Ukraine-Krieges hatte Pumpkin Organics einige Lebensmittel-Lieferungen in die Ukraine organisiert.

Zunächst habe es allerdings einige Absagen von Investoren gehagelt. Schnau glaubt, dafür gebe es mehrere Gründe. "Für viele sind wir nicht sexy genug", sagt sie. "Wir sind keine Fleisch-Alternative, wir machen keine Hafermilch und keine Supplements. Und wir wollen nicht weniger, als die Ernährung von Kindern völlig neu aufzustellen. Unsere Mission ist es, Zivilisationskrankheiten, wie Adipositas und Diabetes zu bekämpfen."

Ziel von Pumpkin Organics ist es unter anderem, Kindern mehr und vielseitiges Gemüse auf die Teller zu bringen. "Wir wollen Kindern beibringen, dass nicht nur süß lecker ist", so Schnau. Aber das passiere nicht von heute auf morgen. "Unser Ziel ist nicht das schnellste Wachstum", sagt die Gründerin. "Wir wollen bilden und Überzeugungsarbeit leisten. Wir wollen die ganze Lebensmittel-Industrie verändern." Und das beunruhige Investoren.

Schwierige Branche

Hinzu gekommen sei, dass Schnau zur Zeit der Pitches mit dem zweiten Kind schwanger war, ihre erste Tochter ist noch ein Kleinkind. Sie habe nicht das Gefühl gehabt, dass es eine große Sache gewesen sei, so Schnau. Aber am Ende bleibe eben ein Eindruck – der von einer weiblichen Gründerin, die in einer "extrem kompetitiven Branche" und mit zwei kleinen Kindern nicht weniger vorhabe, als eine ganze Industrie auf den Kopf zu stellen. Und vielleicht habe sich der ein oder andere Investor auch gefragt: "Kann sie das schaffen?", vermutet die Gründerin. "Es war tough", sagt Schnau immer wieder. Aber am Ende hatte sie Erfolg.

Nicht nur zwei VCs stimmten einer Zusammenarbeit zu, sondern auch einige Angels, die den Hauptanteil des neuen Kapitals stellen. Schnau überrascht das nicht. Sie sagt: "Wir sind kein One Hit Wonder. Wir sind bereits eine etablierte Marke im Bereich Baby-Nahrung und stehen in vielen Supermarktregalen."

Nächster Schritt: Marketing

Mit dem neuen Kapital planen die beiden Gründer Jaclyn und ihr Mann Florian Schnau unter anderem eine Kommunikations-Offensive. Jetzt gehe es darum, den Menschen Pumpkin Organics' Mission nahezubringen. "Wir wollen den Menschen erzählen, wer wir sind und warum es wichtig ist, gerade bei Kindern neue Wege in der Ernährung zu gehen", sagt Schnau. Dafür will die Marke unter anderem auf Influencer setzen und in Promotion im stationären Handel investieren.

Aktuell sei das Unternehmen gerade dabei, einige neue Mitarbeiter einzustellen. Das bedeute auch, die Infrastruktur des Unternehmens neu zu organisieren. Diese Rolle übernehme vor allem ihr Mann, sagt Schnau. Sie wiederum arbeite daran, ein Team zu bauen. "Das ist verrückt und aufregend", sagt Schnau. "Und gleichzeitig ist es das Schwierigste, was ich jemals gemacht habe."

Als Unternehmensgründerin wolle sie nicht nur eine Marktmission verfolgen, sondern auch als Führungsperson neue Standards setzen. Im besten Fall wolle sie ein Role Model und eine Inspiration sein. "Ich möchte, dass mein Team in mir eine starke Führungsperson erkennt und gleichzeitig jemanden, den sie auch mitten in der Nacht anrufen können, wenn sie Probleme haben", sagt Schnau. Am Herzen liege ihr dabei besonders, Mütter zu unterstützen und zu fördern. Denn "wir Mamas arbeiten so hart". Ein erster Schritt dorthin: Bei Pumpkin Organics werde auch in Meetings gestillt. "Das ist normal für uns", sagt Schnau. Auch wenn das außerhalb des Startups noch nicht jeder verstehe.