"Satanische Schwangerschaft": Trump-Beraterin im Shitstorm

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Erst Ende 2019 hatte US-Präsident Donald Trump die Fernseh-Predigerin Paula White in sein Chefberater-Team berufen, jetzt steht sie im Zentrum eines Shitstorms. Ausgelöst wurde der durch ein Video, in dem White sich wünschte, ”satanische Schwangerschaften“ sollten in einer Fehlgeburt enden.

Trump-Beraterin Paula White wird heftig für ihre Aussagen kritisiert (Bild: Reuters)

Die Organisation ”Right Wing Watch“, die sich laut eigener Aussage darum bemüht, die ”extreme und intolerante Agenda der Rechten aufzudecken“, tweetete vor ein paar Tagen ein Video, das seitdem für viel Aufsehen gesorgt hat. Darin zu sehen ist Paula White, TV-Predigerin und seit kurzem Chefberaterin des US-Präsidenten, bei einer Veranstaltung der ”City of Destiny“-Kirche in Florida:

Im Rahmen ihres Auftritts forderte White, ”merkwürdige Winde, die gesandt wurden, um der Kirche zu schaden, die gegen diese Nation, unseren Präsidenten und mich gesandt wurden“, sollten ausgeschaltet werden. Kurze Zeit später folgt dann die Passage, die nun heftig kritisiert wird: ”Im Namen von Jesus befehlen wir allen satanischen Schwangerschaften in einer Fehlgeburt zu enden“, sagt White. Und weiter: ”Wir erklären, dass alles, das aus einem satanischen Mutterleib kommt, eine Fehlgeburt wird. Es soll keine Zerstörungspläne ausbilden können, keine Schadenspläne.“

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”Keine Schwangerschaft ist satanisch“

Die logisch aufkeimende Frage, was genau überhaupt eine ”satanische Schwangerschaft“ in einem ”satanischen Mutterleib“ sein sollte, interpretierten viele User dahingehend, dass White alle Schwangere meine, die nicht dem Trump-Lager zuzuordnen sind.

White soll alle Frauen kritisieren, die nicht dem Trump-Lager angehören (Bild: Reuters)

Eine Userin schrieb: ”Sie versucht, göttliche Abtreibungen herbeizureden bei Frauen, die sie nicht mag und die gegen Trump sind. Für eine kritische Person ist unschwer zu erkennen, wer hier böse ist.“ Und der ebenfalls bekannte US-Priester James Martin schrieb auf Twitter: ”Keine Schwangerschaft ist satanisch. Jedes Kind ist ein Geschenk von Gott. Keiner sollte jemals für eine Fehlgeburt beten.“

Die Angegriffene fühlt sich absichtlich missverstanden

Paula White reagierte ebenfalls in einem Tweet auf die Kritik und schrieb, die entsprechende Passage sei aus dem Kontext gerissen worden: ”Ich habe über Eph 6:12 gepredigt, nämlich, dass wir nicht gegen Fleisch und Blut kämpfen sollten. Alles, das von dämonischen Plänen erdacht wurde, soll aufgegeben werden, damit es in unserem Leben nicht länger vorherrscht.“ Das Video sei ein ”hinterlistiger Versuch, Worte aus dem Kontext zu reißen, um daraus einen politischen Vorteil zu schlagen.“ White betonte, sie werde weiter predigen.

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Die TV-Predigerin gehörte schon vor ihrer Anstellung als Chefberaterin zu Trumps engerem Kreis. Sie glaubt an das sogenannnte Wohlstandsevangelium, nach dem Personen mit Geld und Erfolg auch von Gott gesegnet sind.