Trump erntet Spott für Werbe-Mundschutz

Donald Trumps Regierung leistet sich einen Patzer nach dem anderen. Jetzt präsentierte der Kampagnenmanager neue Atemmasken im Trump-Look, ausgerechnet mit dessen Logo: “Keep America Great”.

Wahlkampfveranstaltungen wie diese kann Donald Trump gerade nicht abhalten, sein Motto "Keep America Great" will er aber dennoch unter die Leute bringen. (Bild: REUTERS/Yuri Gripas)

Gerade eben musste US-Präsident Donald Trump zurückrudern, nachdem er angekündigt hatte, dass seine Corona-Taskforce nach und nach entlassen werden sollte und das mitten in der Krise, von der die USA so schwer betroffen sind, wie kein anderes Land der Welt. Er habe ja nicht ahnen können, dass die Expertentruppe so beliebt sei, ließ Trump die Medien wissen. Ähnlich wie seine, laut Eigenauskunft, sarkastische Bemerkung zum Injizieren von Desinfektionsmitteln gegen das Virus tritt seine Regierung in ein Fettnäpfchen nach dem nächsten. Die Message, die bei den Wählern ankommt: Selbst Schuld, wer mich ernst nimmt.

Kurzum, es läuft gerade nicht gerade am Schnürchen für Trump, der gerne im November wiedergewählt werden möchte. Und er kann momentan nichtmal seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen, die ihm ohnehin deutlich besser liegt, als das nervige Alltagsgeschäft des Regierens. Denn Großveranstaltungen wie seine “Campaign Rallies” bleiben nach wie vor zur Eindämmung der Pandemie untersagt. Dafür kam sein Kampagnenmanager Brad Parscale jetzt auf eine neue Idee, die Botschaft seines Präsidenten unter die Leute zu bringen. Auf Twitter teilte Parscale Fotos von Gesichtsmasken mit dem Motto der Kampagne: “Keep America Great”. Das Motto wirkt geradezu zynisch, mitten in der Krise, in der zahlreiche US-Amerikaner um ihr Leben kämpfen und ihre Jobs verloren haben.

Die Maske gibt es sogar in zwei farblichen Ausführungen, Wähler sollen damit ihren Support für Trump und seinen Vize Mike Pence zeigen.

Ironischerweise sind ausgerechnet diese beiden eher nicht so maskenaffin. Sowohl Trump als auch Pence machten mit öffentlichen Auftritten ohne Masken Schlagzeilen, der eine in einem Krankenhaus, der andere in einer Maskenfabrik. Am Donnerstag wurde ein Mitarbeiter des Weißen Hauses dann positiv auf Covid-19 getestet, der auch mit dem Präsidenten Kontakt hatte.

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Die Werbemaske wirkt auch deshalb irritierend, weil eine der großen Verfehlungen der US-Regierung war, nicht für ausreichende Ausstattung der Pflegekräfte und Krankenhausmitarbeiter mit Schutzausrüstung zu sorgen. Trump nutzte den Notstand sogar als eine Art Faustpfand und knüpfte die Auslieferung an die politische Treue der jeweiligen Bundesstaaten.

Gerade die ältere Bevölkerung, die sich in der Corona-Krise von der Regierung im Stich gelassen fühlt, tendiert nun zu seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden. Die Trump-Masken sollen nun gerade an die älteren Wähler verteilt werden, um sie zurückzugewinnen.

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Vorhergesagt hatte dieses absurde Szenario übrigens die beliebte Satire-Sendung “Saturday Night Live”. In einem Sketch schlägt ein Mitarbeiter der Administration vor, “Make America Great Again”-Masken in China produzieren zu lassen.

Auf Twitter ließen die Reaktionen auf das neue Trump-Produkt nicht lange auf sich warten. “Das ist nur der Campaign-Manager des Präsidenten, der ein bisschen illegales Fundraising auf staatlichem Grund betreibt,” schrieb ein User zu dem Post von Parscale.

Ein anderer Twitter-User meinte: “Das erinnert mich an die Zeit, als wir Obama-gebrandete Schutzausrüstung während der Ebola-Krise verkauft haben. Oh Moment, das ist ja gar nicht passiert, weil das Wahnsinn wäre.”

Und ein weiterer User hatte nur die simple Frage: “Wurden die in China hergestellt?”

Das Covid-19-Virus hat in den USA bisher mehr als 75.000 Menschenleben gefordert. In zahlreichen US-Bundesstaaten gilt nach wie vor der Notstand, andere, besonders die von Trump-nahen Gouverneuren geführten, gehen schrittweise wieder zur Normalität über.

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