Türkei-Post: Fans des FC St. Pauli fordern Rauswurf von Spieler

Ben Barthmann
freier Sportjournalist

Fans des FC St. Pauli haben einen Rauswurf von Spieler Cenk Sahin gefordert. Dieser hatte sich über das soziale Netzwerk Instagram mit der türkischen Militäroffensive in Syrien solidarisiert. Der Klub reagierte mit einer kurzen Mitteilung.

Cenk Sahin spielt seit 2016 für den FC St. Pauli. (Bild: Getty Images)

Sahin, der im Sommer 2016 aus der Türkei nach Deutschland wechselte, teilte bei Instagram ein Foto mit der türkischen Nationalflagge und Text in türkischer Sprache. Dieser ließ sich folgendermaßen übersetzen: “Wir sind an der Seite unseres heldenhaften Militärs und den Armeen. Unsere Gebete sind mit euch!" Ein gesetztes Hashtag machte deutlich, dass sich der Eintrag wirklich auf die Offensive der Türkei bezog.

Die Ultras des FC St. Pauli, der Hamburger Zweitligist setzt sich bekanntlich stark politisch ein, forderten daraufhin in einem offenen Brief die Trennung von Sahin: “Wir fordern den Verein auf, Cenk Şahin am heutigen Freitag, den 11. Oktober zu entlassen!”

FC St. Pauli distanziert sich von Cenk Sahins Posting

Als Begründung wurde nicht nur der Post des Türken vom Donnerstag angeführt: “Es ist nicht der erste sprachliche und mediale Ausrutscher von Şahin in dieser Thematik, bereits in der Vergangenheit äußerte er sich pronationalistisch, regimetreu und verächtlich über das Sterben der kurdischen Bevölkerung.”

Die Ultras gehen davon aus, dass sich der 25-Jährige seines Einflusses ebenso bekannt ist, wie der politischen Meinung im Hamburger Klub. “Wie man sich erneut mit diesem ekelhaften Wahnsinn solidarisieren kann, ist uns schleierhaft”, erklärten die Fans des FC St. Pauli.

Der Klub selbst hat sich vorerst distanziert. Welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, wurde in einer Pressemitteilung am Freitag nicht öffentlich gemacht. Der FC St. Pauli verwies auf die interne Aufarbeitung und wolle sich vorerst nicht mehr äußern. Mit einer klaren Botschaft wurde die Mitteilung abgeschlossen: “Nie wieder Krieg!”