Ein ukrainischer Soldat soll den russischen Kundendienst angerufen haben, als sein eroberter Panzer nicht ansprang, laut einem Medienbericht

Der russische Panzer T-72B3 während einer Militärparade anlässlich des russischen "Tag des Sieges" in Rostow am Don. - Copyright: picture alliance/dpa/TASS | Erik Romanenko
Der russische Panzer T-72B3 während einer Militärparade anlässlich des russischen "Tag des Sieges" in Rostow am Don. - Copyright: picture alliance/dpa/TASS | Erik Romanenko

Ein ukrainischer Offizier soll den technischen Kundendienst eines russischen Panzerherstellers angerufen haben, weil er Probleme mit einem erbeuteten russischen Panzer hatte. Das berichtet "Forbes".

Der ukrainische Offizier soll den technischen Kundendienst des russischen Panzerherstellers Uralvagonzavod angerufen haben und über Probleme mit seinem russischen T-72B3-Panzer berichtet haben. Das zeigt ein Youtube-Video des ukrainischen Medienunternehmens Militarnyi.

Der T-72B3 ist die modernste Version des sowjetischen T-72-Panzers und wird vom russischen Militär häufig eingesetzt.

Der Kundendienst wusste wohl nicht, dass der Anrufer ein ukrainischer Offizier war

Das Video zeigt, wie sich der ukrainische Offizier bei einem Uralvagonzavod-Mitarbeiter beschwert. Der Panzer spucke Öl aus und habe defekte Kompressoren, sagt Kochevnik.

"Ich bin der Kommandant einer Panzergruppe. Das Problem ist, dass wir den Panzer einfach nicht bedienen können", sagte der Offizier.

Der russische Kundendienstmitarbeiter schien nicht zu wissen, dass er mit einem ukrainischen Offizier sprach. Der russische Mitarbeiter versicherte laut "Forbes", dass die Probleme mit dem Konstruktionsbüro und dem Motorenhersteller besprochen würden. Er leitete ihn dann an den Uralvagonzavod-Direktor namens Andrey Abakumov weiter.

Der Direktor Abakumov schien auch nicht zu wissen, dass er mit einem Ukrainer sprach und bat ihn darum, die Probleme per WhatsApp zu melden.

Am Ende des Telefonats enthüllte der Ukrainer dann doch seine Identität: "Hören Sie, ich bin der Kommandeur der Panzergruppe K-2. Das ist das zweite Bataillon der 54. Brigade der Ukraine."

Auch einen Witz konnte er sich nicht verkneifen. "Wenn wir mehr von diesen Panzern als Trophäen mitnehmen, verbessern Sie sie bitte, damit wir sie leichter bedienen können. Okay? Ich danke Ihnen sehr. Slawa Ukrajini (zu Deutsch: Ehre der Ukraine)!"

Business Insider war nicht in der Lage, unabhängig zu verifizieren, wen der Offizier anrief und wann der Anruf stattfand.

Russland soll seit Kriegsbeginn zwei Drittel seiner einsatzfähigen Panzer verloren haben

Nach Angaben von "Oryx", einer in den Niederlanden ansässigen Open-Source-Webseite, soll das russische Militär seit dem Einmarsch in die Ukraine zwei Drittel seiner Panzer verloren haben.

Jakub Janovsky, ein Militäranalyst von "Oryx", erklärte im Mai, Russland habe zu Beginn des Krieges etwa 3000 einsatzfähige Panzer gehabt. Davon hätten die Russen mindestens 2329 Stück verloren. Diese wurden demnach von den Ukrainern entweder zerstört oder erbeutet und wiederverwendet.

Michael Kofman, der Direktor des Russland-Studienprogramms am US-amerikanischen Center for Naval Analyses erklärte im März, wie die Ukraine russische T-80-Panzer wiederverwendet.

"Sie waren sehr leicht zu erkennen. Man kann eine ganze Einheit sehen, die nur aus erbeuteten russischen Panzern besteht", sagte Kofman bei einer Veranstaltung des Thinktanks Carnegie Endowment for International Peace.

Vertreter des russischen Verteidigungsministeriums reagierten nicht auf eine Anfrage.

Dieser Artikel wurde von Amin Al Magrebi aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.