Ungesund plus Einwegplastik: Ist dieses Produkt das unsinnigste aller Zeiten?

Angelika Zahn
Freie Journalistin

Auf Twitter wird die geschlagene “Sahne to Go” im Einwegbecher, die eine Supermarkt-Kette für eine großartige Idee hielt, heftig diskutiert.

Kaffee mit einem fetten Kleks Sahne to go ist Standard - doch jetzt gibt es das Ganze auch ohne den lästigen Kaffee (Symbolbild: Getty Images)

Viele Supermärkte haben bereits die Plastiktüte abgeschafft. Discounter wie Aldi oder Lidl kündigten an, mehr loses Obst anbieten zu wollen. Finden wir löblich! Doch dann gibt es da auch immer noch einen Gegentrend, der mit Nachhaltigkeit nun wirklich gar nichts zu tun hat: Immer absurdere Produkte landen in den Regalen - und die meisten davon sind in Plastik verpackt, obwohl es absolut nicht nötig wäre. Bereits geschälte Kartoffeln in einer Tüte zum Beispiel oder mundgerecht geschnittene Apfelschnitze.

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Über ein Produkt, das nicht nur in einem Einweg-Plastikbecher steckt, sondern auch noch reichlich ungesund ist, wird gerade auf Twitter heftig diskutiert: Bei der Supermarkt-Kette Globus steht eine „Sahne to Go“ im Kühlregal – bereits fertig aufgeschlagen.

Nicht nur viel Plastikmüll sondern auch ungesund

Normalerweise ist genau eine Zutat in Sahne enthalten: Sahne. In dem Fertigprodukt, von dem 160 Gramm 1,11 Euro kosten, stecken dazu noch Gelatine, Dextrose, Maltodextrin, Zucker, ein Verdickungsmittel, Salz und Aroma. Diese Inhaltsstoffe sorgen dafür, dass sich die Sahne nicht wieder verflüssigt, sind aber natürlich reichlich ungesund.

Eine Tatsache, die den Twitter-User mit dem Alias “steingesicht” ärgerte. Er postete ein Foto der absurden To-Go-Sahne und schrieb lakonisch dazu: „Können wir dann bitte aussterben?“

Offenbar traf er mit seinem Post einen Nerv, denn inzwischen wurde er über 5.000 Mal gelikt und mehr als 1.000 Mal geteilt. Und in den Kommentaren wird ordentlich geschimpft. So schreibt zum Beispiel “lughjs”: „Kann sich bitte jemand an die Kasse stellen und jeden Kunden schlagen der geschlagene Sahne in Plastik kauft?“ Und der User “snaketongue3” spottet: „Der nächste Schritt ist, dass die Banane nicht nur bereits geschält, sondern schon vorgekaut verkauft wird...“

Deutschland ist Verpackungsmüll-Europameister

Bei einigen Kommentatoren kommen allerdings auch Fragen auf: „Sind die Sprühbehälter denn besser?“, fragt “stanilein” zurecht. Und “PropsforJakPol” merkt an: „Ist ja nun nicht so, als wäre der Plastikbecher, in dem die flüssige Sahne normalerweise kommt, so viel besser.“

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Fakt ist: Obwohl die Plastik-Problematik in aller Munde ist und viel öffentlich darüber diskutiert wird, ist Deutschland immer noch EU-Spitzenreiter, was Verpackungsmüll betrifft. Ganze 220 Kilogramm verbrauchte ein durchschnittlicher Deutscher im Jahr 2016 - 2018 stieg diese Zahl sogar noch.

Wie das Plastik-Problem die Mittelmeerküsten belastet, zeigt dieses Video: