Ungewöhnliche Annonce zur Partnersuche - das steckt dahinter

·Freie Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

In wenigen Zeilen herüberzubringen, wie man selbst so tickt und was man sich von einem potenziellen Lebenspartner wünscht, ist gar nicht so einfach. In Indien hat jetzt eine Annonce für Aufsehen gesorgt, die das gesamte System der Braut- und Bräutigamsuche auf humorvolle Weise entlarven sollte.

Eine Annonce hat für Aufsehen gesorgt. (Symbolbild: Getty Images)
Eine Annonce hat für Aufsehen gesorgt. (Symbolbild: Getty Images)

Neben Hobbys und Charaktereigenschaften gehören Aussehen und Job auch in Deutschland zu den Dingen, die bei der Partnersuche via Zeitungsannonce eine wichtige Rolle spielen. Schlank, gutaussehend und vermögend sollen die potenziellen Kandidatinnen oder Kandidaten oft sein, wobei in Indien noch ein weiteres Kriterium maßgeblich für ein erstes Date ist: die Kaste.

Feministin sucht Nicht-Pupser

Dort ist vor Kurzem eine Annonce erschienen, die sich ziemlich deutlich vom sonstigen Einheitsbrei abhob. Auf der Suche nach einem Partner war eine "eigensinnige Feministin" in ihren Dreißigern, mit kurzem Haar, Piercings und einem Job im sozialen Bereich, der klar gegen den Kapitalismus gerichtet ist. 

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Der erwünschte Partner sollte "attraktiv und gut gebaut" sein, der einzige Sohn in seiner Familie, zwischen 25 und 28 Jahre alt, mit gut laufendem Business und eigenem Haus samt angemessenem Grundstück. Außerdem sollte er kochen können und weder pupsen noch rülpsen. Für Zuschriften war eine E-Mail-Adresse angegeben.

Ein Scherz mit ernstem Hintergrund

In den sozialen Medien erkannten die User schnell, dass es sich dabei nur um einen Scherz handeln könne. Und tatsächlich fand die "BBC" heraus, dass die Annonce ein Witz zwischen einem Geschwisterpaar und einer gemeinsamen Freundin war. Der Bruder und die Freundin gaben die Annonce anlässlich des 30. Geburtstags seiner Schwester auf. "30 zu werden ist ein Meilenstein, vor allem, was Hochzeiten betrifft. Ab diesem Zeitpunkt fangen deine Familie und die Gesellschaft an, Druck auf dich auszuüben, damit du schnell heiratest und sesshaft wirst", erklärte der junge Mann, der sich gegenüber der Zeitung Srijan nannte.

Seine Schwester Sakshi sagte außerdem, sie sei tatsächliche eigensinnig, kurzhaarig, trüge Piercings und gehe einer sozialen Arbeit nach. Die Aussagen über die Körpergeräusche aber gingen auf einen familieninternen Witz zurück.

Die Annonce rief auch viele wütende Reaktionen hervor

Am Abend vor dem Geburtstag hätte ihr Bruder ihr einen Zettel mit der eigens angelegten E-Mail-Adresse samt Passwort gegeben und ihr am nächsten Tag eine der Zeitungen vorgelegt, in der die Annonce erschienen war. Sie hätte das Ganze lustig gefunden und schnell festgestellt, dass viele Menschen den Sinn hinter der Anzeige verstanden hätten: auf humorvolle Weise aufzuzeigen, wie die Partnersuche noch immer laufe. Bis heute seien 90 Prozent der Ehen in Indien arrangiert, wobei Kaste und Wohlstand die Hauptkriterien seien. Jeder wisse das.

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Und doch bekam die 30-Jährige auch reihenweise Zuschriften von wütenden Männern, die weder akzeptieren konnten, dass diese Dinge beim Namen genannt wurden, noch viel weniger, dass sie von einer Frau geäußert wurden. Die Männer, die ihre wütenden E-Mails schrieben, seien genau jene, die eine "dünne, anständige und wunderschöne" Braut suchten, sagte die 30-Jährige.

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