Unglaublich, aber es gibt jetzt DNA-Tests für Hunde

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Golden Retriever sind in fortgeschrittenem Alter anfällig für Karzinogene.Durch einen DNA-Test kann herausgefunden werden , wie wahrscheinlich eine tatsächliche Erkrankung ist. (Bild: Getty Images)

Hundebesitzer lieben ihre Vierbeiner, wissen aber oft nur wenig über sie. Insbesondere bei Mischlingen liegt der Stammbaum meist im Dunkeln. Verschiedene Labors bieten seit einiger Zeit DNA-Tests an, um mehr über die treuen Begleiter herauszufinden.

Einige Fragen bleiben für Hundebesitzer unbeantwortet. Bei Mischlingen lässt sich oft nur erraten, welche Rassen eingekreuzt wurden, und selbst bei reinrassigen Hunden liegt nicht immer ein vollständiger Stammbaum vor, geschweige denn genaue Informationen über gesundheitliche Besonderheiten. Und kommunizieren können uns das unsere Vierbeiner natürlich nicht.

Durch speziell für Hunde entwickelte DNA-Tests kann diese Barriere allerdings überwunden werden. In den USA erfreut sich insbesondere das Unternehmen Embark Veterinary großer Beliebtheit bei Hundebesitzern. Gegründet wurde es 2015 von dem Harvardabsolventen Ryan Boyko. Seit 2007 hatte sich der Datenanalyst gemeinsam mit seinem Bruder Adam mit der Genetik von domestizierten Hunden auseinandergesetzt.

Durch die Mutation eines Chromosoms haben sogenannte Tigerdackel ein anderes Fell als ihre Artgenossen. (Bild: Getty Images)

Mit seinem über die firmeneigene Webseite erhältlichen DNA-Test will er es Hundebesitzern ermöglichen, mehr über ihre Mitbewohner zu erfahren. Etwa, welche Rassen in einem Mischling stecken oder wie Hunde genetisch prädisponiert sind, also für welche Krankheiten sie im Laufe ihres Lebens besonders anfällig sind.

Im Labor analysieren wissenschaftliche Mitarbeiter von Embark das Erbgut anhand eingeschickter Speichelproben. Durch diesen Test kann man nicht nur herausfinden, welche Rassen in einem Mischling stecken oder über welche gesundheitlichen Voraussetzungen ein Hund verfügt, sondern auch wie reinrassig dieser ist. Dies ist vor allem für Züchter wichtig.


„Habe gerade unseren @embarkvet-Test für Freja rausgeschickt! Kann es gar nicht abwarten, den Befund zu bekommen und herauszufinden, welche Rassen in unserer süßen Promenadenmischung stecken! Hat schon mal jemand diesen oder einen anderen DNA-Test mit seinem Hund gemacht? Teilt mir eure Befunde mit! Wart ihr überrascht?“

Derzeit zählt Embark zu den besseren Tests auf dem Markt. So kann deren Labor bis zu 165 Krankheitsbilder anhand des Gentests identifizieren. Etwa, ob ein Hund allergisch auf bestimmte Medikamente ist, im hohen Alter Rückenprobleme entwickelt oder Krebs bekommt.

Auf der Webseite von Embark kostet ein Test-Kit aktuell 199 Dollar (172 Euro). Für Hundebesitzer innerhalb der Vereinigten Staaten fallen keine Versandgebühren an. Darüber hinaus bietet das Unternehmen eine weltweite Zustellung an. Für Deutschland bleibt es bei den 199 Dollar, zusätzlich müssen jedoch 10 Dollar Versandgebühren entrichtet werden. Außerdem fallen für Käufer außerhalb der USA Rücksendekosten an.

Wer sich diesen Aufwand nicht antun will, kann auf ähnliche Produkte zurückgreifen, die in Deutschland und Österreich angeboten werden. Etwa DNA-Tests des Salzburger Anbieters Feragen, der Proben auf bis zu 200 verschiedene genetische Erkrankungen und Merkmale testet, oder des bayrischen Diagnostikers Canix-DNA, der sogar bis zu 225 Krankheitsbilder identifiziert.

Für all jene Frauchen und Herrchen, die keine Probleme damit haben, einen Blick in die Glaskugel zu werfen, dürfte diese Form der Krankheitsvorsorge eine finanziell zu verkraftende Investition sein. Und wer über den Stammbaum seines Hündchens mehr wissen will, wird durch den DNA-Test mit äußert interessanten Informationen belohnt.