Unterwegs für das Klima: Gretas Reiseplan für die nächsten Monate

Auch ohne Nobelpreis bleibt Greta Thunberg weiter aktiv. Hier ist sie auf einer Umweltdemo in Iowa City, USA zu sehen. (REUTERS/Daniel Acker)

Es ist etwas ruhiger um Greta Thunberg geworden. Das heißt aber nicht, dass die Klimaaktivistin auf der faulen Haut liegt. Momentan ist sie auf dem Weg nach Kanada, eine Rückkehr nach Europa steht vorerst nicht auf dem Programm.

Die mittlerweile globale “Fridays for Future”-Bewegung, die von der 16-jährigen Schwedin begonnen wurde, hat längst ein ungeahntes Eigenleben entwickelt. Doch Greta Thunberg ist weiterhin unterwegs für ihre Mission, den Klimawandel zu stoppen. Dafür wird sie bis auf Weiteres nicht in ihre Heimat zurückkehren, denn es gibt an allen Ecken der Welt genug für sie zu tun

Die vergangenen Wochen waren mehr als turbulent für die Schülerin. Schon bevor sie ihren denkwürdigen Auftritt vor der UN-Versammlung hatte, entstand der virale Moment, als die 16-Jährige Donald Trump an sich vorbeigehen sah. Der Blick, mit dem sie den US-Präsidenten versah, machte umgehend weltweit die Runde. Imposant auch ihre anschließende Rede mit dem ikonischen “How dare you”-Moment, der einmal mehr den Mythos festigte von der Teenagerin, die sich traut, gegen die Mächtigen zu rebellieren.

Den Friedensnobelpreis, für den sie im Gespräch war, bekam Thunberg nun doch nicht verliehen, noch mehr Medienrummel wäre ihr vielleicht auch nicht zu wünschen gewesen. Deshalb ist es in der Öffentlichkeit ein kleines bisschen ruhiger um sie geworden, doch das heißt keineswegs, dass sie ihre Aktivitäten gegen den Klimawandel eingestellt hat. Im Gegenteil, ihr Terminplan ist weiterhin prall gefüllt.

Greta Thunberg im Norden der USA

Im Moment ist sie in den nördlichen Bundesstaaten der USA unterwegs. Dort trifft sie sich in Iowa, Wyoming und Montana mit Umweltaktivisten und nimmt an lokalen Klimastreiks teil. Sie trifft Schülergruppen und indigene Aktivisten, die sich gegen die Zerstörung der Natur einsetzen.

Im Reservat Standing Rock traf Greta vergangene Woche auf Vertreter der indigenen Gruppen, die sich dort gegen Pipelines wehren und so zum Symbol für den Umweltschutz wurden. (REUTERS/Jim Urquhart)

Die nächsten neun Monate wird sie voraussichtlich auf Reisen verbringen, eine Rückkehr in ihr Heimatland Schweden ist vorerst nicht geplant, berichtet der US-TV-Sender CNN. In der Schule setzt sie deshalb weiter aus, sie wird unterwegs unterrichtet. Stattdessen wird sie zunächst aus den USA weiter nach Kanada reisen, um dort Vertreter der Klimabewegungen zu treffen. In einem Tweet verkündete sie, dass sie nach ein paar Tagen Pause in den kanadischen Bundesstaat Alberta weiterreisen wird. Alberta ist das Zentrum der kanadischen Öl- und Gas-Industrie.

Greta Thunberg reist nach Mexiko und Chile

Danach steht dann Mexiko auf dem Programm der umtriebigen Klimaaktivistin. Doch auch der mittelamerikanische Staat ist nur ein Zwischenstopp, denn im Dezember steht in Chile die nächste UN-Konferenz zum Thema Klima an. Thunberg wird dort dabei sein und auch anliegende südamerikanische Länder besuchen. Natürlich bewegt sie sich ausschließlich auf dem Boden, meistens per Zug. Zu einem Streik in Montreal fuhr sie in einem E-Auto, das ihr der kalifornische Ex-Gouverneur Arnold Schwarzenegger zur Verfügung stellte.

Die Rückreise nach Europa im kommenden Jahr wird dann vermutlich wieder per Boot passieren, auch wenn es von ihrem Orga-Team hieß, es sei noch nicht fest geplant. Schon den Hinweg zum UN-Gipfel in New York hatte Greta in einem emissionsfreien Segelboot bestritten und dafür 15 Tage gebraucht. Dennoch musste sie Kritik einstecken, weil Mitglieder des Teams per Flugzeug angereist waren.

Eines aber hat sich Greta fest vorgenommen: Wo auch immer sie unterwegs ist, wird sie versuchen, jede Woche an den freitäglichen Klimastreiks teilzunehmen, die sie selbst ins Leben gerufen hat. Auf Facebook schrieb sie: “Ich will so viele Länder besuchen, wie ich kann und natürlich jeden Freitag demonstrieren, egal wo ich bin!”