Urlauber, aufgepasst! Das verbirgt sich hinter den Codewörtern der Reiseanbieter

·Freie Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

Endlich ist Urlaub wieder möglich und die Lust auf Reisen groß wie lange nicht. Wer jetzt spontan buchen will, sollte trotzdem genauer hinschauen. Denn die Reiseanbieter benutzen ein ganz eigenes Vokabular, aus dem nur Eingeweihte eine realistische Einschätzung ihrer Urlaubsdestination herauslesen können.

View of Tel Aviv beach, Mediterranean promenade, luxury hotels
Ein komfortables Hotel inmitten guter Infrastruktur, einen Steinwurf von einem sauberen Traumstrand entfernt? So verkaufen viele Hoteliers ihre Unterkunft - um zu wissen, was man tatsächlich vorfindet, muss man genau hinsehen (Symbolbild: Getty Images)

Es gibt bestimmte Bereiche, in denen eine ganz besondere Sprache angewendet wird, in der die Wahrheit ziemlich verklausuliert daherkommt. Das gilt zum Beispiel für Schul- und Arbeitszeugnisse, aber auch für die Tourismusbranche. Jeder Anbieter will seine Hotels oder Ferienwohnungen natürlich bestmöglich verkaufen, darf aber auch nicht lügen. Und dann solltest du genau wissen, was bestimmte Formulierungen im Katalog oder Internet wirklich bedeuten.

Wie nah ist das Meer?

Für viele Urlauber ist zum Beispiel die Nähe zum Meer ein wichtiges Entscheidungskriterium für oder gegen eine Unterkunft. Problematisch hier vor allem der schwammige Begriff "Meerseite". In der Realität kann das Hotel hier ein ganzes Stück vom Meer entfernt liegen. Wie weit, ist nicht definiert. 

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Beim "Meerblick" ist der Blick aufs Meer dagegen garantiert. Wie genau dieser aussieht und ob du vielleicht nur ein kleines Stückchen zwischen riesigen Hotelkomplexen erspähen kannst, ist auch hier offen.

15 Minuten sind relativ

Vorsicht ist auch bei Zeitspannen angesagt, innerhalb derer der Strand erreichbar sein soll. Denn es ist ein großer Unterschied, ob sich zum Beispiel eine Viertelstunde auf den Weg zu Fuß, mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln bezieht. 

Für den Begriff "Strandnähe" gilt ähnliches wie für die "Meerseite". Denn wer legt schon genau fest, wie weit entfernt "Nähe" noch sein darf? Die "direkte Strandlage" dagegen bedeutet tatsächlich, dass das Hotel unmittelbar am Wasser liegt und man dort auch baden kann - "direkt am Meer" hingegen kann sich auch auf einen Hafen oder eine Klippe beziehen. Ein "Naturstrand" wird übrigens in der Regel einfach nicht gesäubert und bietet keine Toiletten.

Airplane's shadow over a crowded beach
"Kurzer Transfer vom Flughafen" kann schlicht das bedeuten (Bild: Getty Images)

Entfernung zum Flughafen

Insbesondere nach einem langen Flug sinkt die Lust, noch einmal in ein anderes Verkehrsmittel umzusteigen, um endlich ins Hotel zu kommen. Allerdings birgt der "kurze Transfer zum Flughafen" auch seine Tücken. In diesem Fall liegt die Unterkunft so nah am Flughafen, dass du mit ständigem Lärm und einer nicht unbedingt reizvollen Umgebung rechnen solltest. 

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Apropos Flug: Einzig ein "Nonstopflug" ist tatsächlich einer, der direkt vom Abflug- zum Zielflughafen führt. Bei einem "Direktflug" kann es auch sein, dass die Maschine eine oder mehrere Zwischenlandungen macht, bei der oder denen die Passagiere aber im Flugzeug sitzen bleiben.

Tote Hose oder Halligalli?

Wer ein Hotel in "zentraler Lage" bucht, muss ebenso mit Lärm rechnen wie jemand, dessen Wahl auf eine Unterkunft an einer "belebten" Straße oder "mit guter Infrastruktur" gefallen ist. Für alle, die gerne mittendrin im Trubel sind, kann das aber genau richtig sein. Wird ein Ort dagegen als "aufstrebend" bezeichnet, bedeutet das nichts anderes, als dass dort - außer womöglich einer Großbaustelle - noch nicht viel geboten ist.

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