US-Regierung will Edward Snowdens Buch-Erlöse einstreichen

teleschau

Die US-Regierung verklagt den Whistleblower Edward Snowden nach Veröffentlichung seiner Autobiografie wegen der Verletzung von Verschwiegenheitsklauseln. Bei einem Erfolg könnten die Vereinigten Staaten nicht nur Snowdens Buch-Erlöse kassieren.

Noch am Tag Verkaufsstarts der Autobiografie "Permanent Record" verklagt die US-Regierung den Whistleblower Edward Snowden sowie dessen Verleger Holtzbrinck und Macmillan. Dies teilte das US-Justizministerium am Dienstag mit. Demnach solle jedoch nicht die Veröffentlichung des Buches verhindert werden.

Grundlage der Klage ist die Verletzung von Vertraulichkeitsvereinbarungen, die Snowden zwischen 2005 und 2013 während seiner Arbeit für die US-Geheimdienste NSA und CIA unterschrieb. Wie es in der Klageschrift heißt, hätte der Whistleblower das Manuskript laut den Verschwiegenheitsklauseln vor der Veröffentlichung zur Prüfung einreichen müssen.

Wie Snowdens Anwalt Ben Winzer von der Bürgerrechtsorganisation ACLU (American Civil Liverties Union) erklärte, hätte Snowden das Buch durchaus vorab zur Prüfung eingereicht, hätte er an eine faire Behandlung geglaubt. Die US-Regierung bestehe darauf, dass "Fakten, die weltweit bekannt sind, noch immer irgendwie geheim sind".

Mit einem Erfolg vor Gericht könnte die US-Regierung finanziell profitieren, indem sie nicht nur die Erlöse aus Snowdens nun erschienener Autobiografie beschlagnahmen könnte, sondern auch alle Erlöse, die der Whistleblower etwa durch Vorträge erzielt.