US-Reporter meldet sich krank und wird deswegen zu einem landesweiten Ereignis

Willy Flemmer
Freier Autor für Yahoo

Ein US-Reporter fühlte sich nicht wohl und wollte sich krankmelden. Dabei passiert ihm ein kleines Missgeschick. Kurz darauf war er eine nationale Berühmtheit.

Ein Gebet für Nick (Bild: Screenshot via Twitter)

Wenn das mal nicht dumm gelaufen ist. Ein US-Journalist fühlte sich etwas unwohl, weshalb er sich krankmelden wollte. Dummerweise setzte er seine Kollegen von seiner Krankheit nicht telefonisch in Kenntnis, sondern benachrichtigte sie mittels E-Mail. Das war der erste – kleinere – Fehler, der zweite nahm monumentale Ausmaße an. Statt nämlich die wenigen Kollegen zu informieren, schickte er die Mail an alle Mitarbeiter des Konzerns.

Nick Vasos heißt der gute Mann, ein 53 Jahre alter Verkehrsreporter, der für den Lokalsender Kansas City Fox4 arbeitet. Wie viele Mitarbeiter seine Redaktion zählt, ist unbekannt. Tausende Menschen beschäftigt jedoch der Medienkonzern Nexstar Media Group, dem neben Fox4 fast 200 weitere Fernsehstationen angehören. Sie alle wurden vergangene Woche Zeugen von Vasos' Unpässlichkeit. Der hatte nämlich in die Adresszeile des E-Mail-Dienstes nicht die Daten seiner Kollegen eingegeben, sondern die Nachricht an den Verteiler "breaking news" geschickt, wie es in US-Medien heißt. Der kranke Nick Vasos war an dem Tag also für die Mitarbeiter von Nexstar die Eilmeldung des Tages.

Kranker Reporter auf der Schippe

Die Kollegen erkannten schnell das Missgeschick. Es folgte, was folgen musste: Sie nahmen Vasos gehörig auf die Schippe. In den nächsten Tagen wurde der Kranke mit Mitleidsbekundungen überhäuft. Sein Schreibtisch war bald übersät mit Kerzen und Blumen. Man gedachte seiner und betete für ihn. Auf Twitter tauchte der hashtag #PrayersforNick auf, ein Mem von Vasos' Kopf, unterlegt mit dem Song "Everybody Hurts" von R.E.M., machte die Runde. Natürlich war der Vorfall auch Thema in den Medien und Nachrichtensendungen, darunter die seines Arbeitgebers Fox4.

Die Krönung und wohl größte Pointe des Ganzen: Die ursprünglichen Adressaten von Vasos' Mail blieben bei dem Spaß eine Weile außen vor. Denn sie waren die einzigen, die die Nachricht nicht erhielten. "Ihr seid der Brüller, Leute", schrieb einer von ihnen in die Runde. "WIR haben diese Mail nicht bekommen". Zum Schluss das Wichtigste: Woran litt denn Vasos nun eigentlich? Er hatte an dem Tag eine Zahnbehandlung und durfte in den nächsten Stunden weder essen noch trinken. Die Folge war: Ihm war etwas schwindlig.