US-Studie: E-Zigaretten so schädlich wie Tabak

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

E-Zigaretten geraten in den USA immer mehr in Verruf. Nach den ersten Todesfällen, die auf den Konsum der Verdampfungszigaretten zurückzuführen sein sollen, bestätigt jetzt auch eine Studie: E-Zigaretten sind so gefährlich wie normales Tabakrauchen.

Waren die Versprechungen der E-Zigaretten-Industrie doch nur Schall und Rauch? (Bild: Getty Images)

52 Menschen sind Medienberichten zufolge in den USA bislang nach dem Gebrauch von E-Zigaretten gestorben, mehr als 2.000 erkrankten zumeist an Asthma, Bronchitis oder Lungenemphysemen. Während die genauen Ursachen und Wirkstoffe weiter erforscht werden, bestätigt eine Studie die Kausalität: Forscher der Universität von San Francisco wiesen nach, dass Menschen, die E-Zigaretten rauchen, ein erhebliches Risiko tragen, schwere chronische Lungenerkrankungen zu entwickeln.

Das Risiko einer Erkrankung stieg um ein Drittel an

Von 2013 bis 2016 wurden im Rahmen der Forschungsarbeit 32.000 Erwachsene, Raucher von Tabak wie von E-Zigaretten, begleitet, die zu Beginn der Studie keine Lungenbeschwerden aufwiesen. Im Verlauf der Studie stieg die Wahrscheinlichkeit einer entsprechenden Erkrankung bei E-Zigaretten-Rauchern um ein Drittel an.

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Schlimmer geht jedoch immer – den Forschern zufolge dann, wenn zusätzlich zum normalen Tabakkonsum noch E-Zigaretten geraucht werden. Dann verdreifache sich das Risiko für chronische Lungenerkrankungen. Wer hingegen von Tabak ausschließlich auf E-Zigaretten umsteigt, senkt der Studie zufolge zumindest sein Lungenkrebsrisiko.

In Deutschland ist die Zusammensetzung strenger reguliert

Allerdings: Die Studie der Universität von San Francisco bezieht sich auf E-Zigaretten, wie sie in den USA verkauft werden oder bald wurden: Denn zumindest in nahezu der gesamten Bay Area ist der Verkauf von E-Zigaretten ab 1. Januar 2020 verboten. In Deutschland ist die Wirkstoff-Zusammensetzung unter anderem dank der aktualisierten Tabakrichtlinie der Europäischen Union strenger reguliert. Die öffentliche Meinung in Deutschland wird durch internationale Studien und Debatten dennoch beeinflusst: Einer Forsa-Umfrage aus dem November zufolge halten 57 Prozent der Deutschen E-Zigaretten für genauso schädlich oder schädlicher im Vergleich mit Tabakzigaretten – das sind drei Prozentpunkte mehr als noch vor zwei Jahren.