USA: Arbeitgeber zwingt Angestellte, sich ihre Dreadlocks abzuschneiden

Willy Flemmer
Freier Autor für Yahoo

Dreadlocks sind mehr als nur eine Frisur. Sie sind Ausdruck für die kulturelle und religiöse Verwurzelung und eine selbstbewusste Haltung des Trägers. Viele Menschen haben jedoch tief verwurzelte Vorurteile gegenüber den verfilzten Locken. In den USA macht derzeit der Fall einer Frau Schlagzeilen, die von ihrem Arbeitgeber gezwungen wird, sich ihre Dreadlocks abzuschneiden.

Bild: Getty Images

Dreadlocks sind in vielen Teilen der Welt mehr als eine Modeerscheinung. Die verfilzten Locken symbolisieren eine kulturelle und religiöse Zugehörigkeit auf der einen Seite und stehen für Selbstbestimmung und Selbstbewusstsein des Trägers auf der anderen. In den USA ist der Look vor allem bei Afroamerikanern beliebt und auch in Europa hat sich der Trend längst durchgesetzt. Doch Menschen mit Dreadlocks sind immer auch mit Vorurteilen konfrontiert. Ein Liedchen davon kann derzeit auch eine Frau aus Mobile im US-Bundesstaat Alabama singen. Sie läuft Gefahr, ihre Arbeit zu verlieren. Der Grund: Ihr Arbeitgeber mag ihre Dreadlocks nicht.

Über den Fall hat die US-Nachrichtensendung "New at 5" des US-Senders WPMI-TV berichtet. Das Format beruft sich auf die Friseurin der namentlich nicht genannten Frau. Demnach werde diese von ihrem Chef geradezu gezwungen, wie es heißt, sich ihre Dreadlocks abzuschneiden. Für die Friseurin und Besitzerin des Haarsalons Locs of Soul, Tanene Jackson, hat diese negative Einstellung mit tief verwurzelten Vorurteilen gegenüber der Frisur zu tun. Die meisten Menschen würden nichts über Locs wissen, sagt sie im Interview mit "New at 5". Das Vorurteil: Menschen mit Dreadlocks würden als "schurkisch", "rücksichtslos" und "drogenkonsumierend" angesehen.

Jacksons Kundin, von der eine Stellungnahme nicht vorliegt, ist nicht die erste Dreadlock-Trägerin, die mit solchen und ähnlichen Stereopypen zu kämpfen hat. Für die Nachrichten-Webseite NBC 15 ist der Fall sogar bezeichnend für Mobile. Die Plattform nennt das Beispiel eines Teenagers, der vor zwei Jahren wegen seinen Haren seinen Job in einem Fast-Food-Restaurant verlor. Im Jahr 2013 klagte eine Frau gegen eine in Mobile ansässige Firma, die ihr Stellenangebot wegen der Frisur der Bewerberin zurückgezogen haben soll.