Veganer verklagt Burger King

Selbst jene Fast-Food-Ketten, die sich seit jeher fast ausschließlich auf fleischbasierte Kost spezialisiert haben, haben den veganen Markt für sich entdeckt. Kann das gutgehen? Burger King ist nun schon die erste Klage von einem verärgerten Veganer ins Haus geflattert.

Burger King wirbt mit einem hundertprozent fleischlosen Whopper. Ein Kunde war da nicht so sicher und klagte (Bild: Getty Images)

Was in Deutschland der Rebel Whopper ist, ist in US-Filialen der Impossible Whopper. Wird der Burger ohne die eihaltige Mayonnaise bestellt, ist er auch für Veganer geeignet, denn der Burger-Patty enthält weder Fleisch noch anderweitige tierische Produkte.

Ebenso tat es Kunde Phillip Williams, der von dem Impossible Whopper im Internet las und sich in einer Filiale in Florida einen bestellte. Der strikte Veganer befand jedoch, dass der Werbeslogan “100 % Whopper, 0 % Rindfleisch” irreführend sei und verklagte den Fast-Food-Riesen prompt.

Derselbe Grillrost wird verwendet

Als strikter Veganer vergewisserte Williams sich vor dem Verzehr, dass der Burger tatsächlich keine Mayonnaise enthielt, wie unter anderem “The Guardian” berichtet. Das böse Erwachen folgte dennoch auf dem Fuß.

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Wie Williams nun erklärt, fand er erst im Nachhinein heraus, dass der Impossible Whopper auf demselben Grillrost zubereitet wird wie das Fleisch für die restlichen Burger. Er fühle sich nun “hinters Licht geführt” und hätte den Burger nie gekauft, wenn er gewusst hätte, dass er “voll von Fleisch-Nebenprodukten” sei.

Er verlangt nun Schadensersatz für jeden US-Bürger, der den Impossible Whopper gekauft hat und eine gerichtliche Aufforderung, dass Burger King klar deklarieren müsse, dass vegane und fleischhaltige Burger auf demselben Grill gebraten würden.

Veganer zweifeln schon lange an dem Konzept

Burger King äußerte sich nicht zu der Klage. Auf der Website weist das Unternehmen jedoch darauf hin, dass der Burger auf Wunsch auch in einer Mikrowelle zubereitet werden könne. Auch der in Deutschland erhältliche Rebel Whopper wird indes auf demselben Rost wie der Rest des Sortiments gegrillt.

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Schon kurz, nachdem Burger King seine fleischlose Option im Frühjahr 2019 einführte, kam Kritik an dieser Zubereitung auf. Doch nicht nur wegen des für Veganer-Geschmäcker etwas zu intensiven Kontakts zu Fleisch zweifeln viele an, wie tierschutzkonform der fleischlose Whopper tatsächlich ist. Einem Bericht der Tierschutzorganisation PETA zufolge wurde der vegane Patty an Ratten getestet, von denen mehrere im Rahmen der Versuche getötet wurden.

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