Verkehrte Welt: Männer wollen kuscheln, Frauen Sex

Das Ergebnis ihrer Studie hat selbst die Wissenschaftler vom Kinsey Institut der amerikanischen Indiana University überrascht. Die Forscher hatten für ihre Untersuchung 1.000 Teilnehmer aus Deutschland, den USA, Spanien, Japan und Brasilien befragt. Die Teilnehmer waren alle in einer Beziehung, die zwischen einem und 51 Jahren andauerte, die Hälfte von ihnen war seit mindestens 25 Jahren mit demselben Partner liiert.

Bild: thinkstock
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Die Leiterin der Studie, Julia Heiman, fragte die Teilnehmer gemeinsam mit ihrem Team, wie oft sie sich innerhalb des vorangegangenen Monats geküsst, miteinander gekuschelt und wie häufig sie Sex hatten. Zudem sollten die Paare Auskunft darüber geben, wie glücklich sie in ihrer Beziehung und mit ihrem Sexleben sind. Das Ergebnis: Männer, in deren Beziehung viel gekuschelt und geküsst wird, sind im Durchschnitt dreimal so glücklich wie solche, bei denen weniger Zärtlichkeiten ausgetauscht werden. Die Mehrzahl der Frauen hingegen gab an, dass Kuscheleinheiten nur wenig Einfluss auf ihr Glücksgefühl haben, die Qualität des Liebesspiels dagegen umso mehr.

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Ein weiteres Ergebnis der Studie, veröffentlicht im Wissenschafts-Magazin „Archives of Sexual Behaviour“: Sex wird für Frauen in einer dauerhaften Beziehung über die Jahre besser – genauer gesagt nach 15 Jahren. Ab diesem Zeitpunkt erhöhte sich die Qualität des Liebesspiels für die weiblichen Befragten um durchschnittlich 20 Prozent. Heiman erklärt dieses Phänomen wie folgt: „Es ist wahrscheinlich, dass Frauen im Laufe der Zeit sexuell ausgeglichener werden, weil sich ihre Erwartungen oder ihr Leben verändern, wenn ihre Kinder älter werden“, zitiert die britische Zeitung „Daily Telegraph“. „Die Zeitspanne, während der sie weniger zufrieden sind, fällt mit der Phase zusammen, in der sie Kinder groß ziehen – wenn andere Dinge im Mittelpunkt stehen.”

Was die geschlechtsspezifische Priorität von Sex und Kuscheleinheiten in Partnerschaften angeht, hätten Heiman und ihr Team mit dem Gegenteil gerechnet: „Die nützliche Botschaft, die wir erhalten haben, ist, dass wir aufgrund des Geschlechts keine voreiligen Schlüsse ziehen sollten“, resümierte die Forscherin. „Denn man kann sich nie sicher sein, ob man richtig liegt.“

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