Verrückte Idee zum Nashornschutz: Fotograf sammelt Fingernägel

Moritz Piehler
Freier Autor
Auf dem Foto sind das 30-jährige Nashorn Najin und ihre Tochter Fatu (19) zu sehen. Die beiden Weibchen sind die letzten Überlebenden ihrer Art im Ol Pejeta Reservat in Kenia. (Bild: Tony Karumba /AFP via Getty)

Der Schwede Bjorn Persson ist ein bekannter Naturfotograf. Vor allem seine Tierfotos aus Afrika machten ihn berühmt. Nun will er helfen, die bedrohten Nashörner Kenias zu retten. Dafür kam ihm eine skurrile Idee.

Persson ist seit Jahren in Afrika unterwegs. Immer wieder hat er die beeindruckende Tierwelt des Kontinents in spektakulären Aufnahmen festgehalten. Der Schwede hat bereits ein Buch mit seinen Tierfotografien veröffentlicht, um Geld für bedrohte Tierarten zu sammeln. Doch nun kam ihm eine weniger klassische Idee zum Tierschutz. Besonders in Kenia nimmt die illegale Jagd auf Nashörner kein Ende. Der Grund dafür ist der weiterhin steigende Markt für die Hörner der Tiere. Vor allem in Asien verlangen viele nach wie vor nach Produkten, um sie in der traditionellen Medizin anzuwenden. Ein Gramm kann dort auf dem Schwarzmarkt über 130 Dollar einbringen, das heißt mit dem ganzen Horn nur eines Nashorns erzielen die Wilderer und ihre Hintermänner teilweise bis zu 300.000 Dollar Gewinn.

Fingernägel für den guten Zweck

Doch das Keratin, das in den Hörnern vorkommt, gibt es auch in menschlichen Fingernägeln. Persson hatte also die Idee, Fingernägel zu sammeln und eine Art alternative Medizin herzustellen. Dafür sammelte er vor einem Einkaufszentrum in Stockholm nun Fingernägel von Kunden. In erster Linie sollte die Aktion natürlich auch ein Bewusstsein dafür schaffen, was in Ländern wie China oder Vietnam geschieht und welche Auswirkungen das auf die Natur hat.

Der entscheidende Auslöser für sein Engagement war, als Persson in Kenia die beiden letzten lebenden weiblichen Weißen Nashörner fotografierte. Nur die Wissenschaft könnte die Art nun noch retten, nachdem das letzte männliche Exemplar vor kurzem im Sudan gestorben war. Auch andere Nashorn-Arten sind akut vom Aussterben bedroht.

Auf seiner Facebookseite schreibt Persson, dass seine Idee schon viele Nachahmer gefunden habe. Unter dem Hashtag #nailsagainstextinction schließen sich Menschen dem Projekt an. Es haben sich unter anderem schon Unterstützer aus Japan und Uruguay gemeldet, die sich in ihren Ländern dafür engagieren wollen, schreibt Persson und zeigt sich hoffnungsvoll: “Je mehr, desto besser und mit der Kraft der ganzen Welt können wir diese sinnlose Ausrottung stoppen.”