Videobotschaft aus der Zukunft: Das raten Italiener ihrem jüngeren Ich in der Coronakrise

Botschaft aus der Zukunft: Italiener schicken in diesem Video eine Nachricht an ihr Ich vor zehn Tagen. Gerichtet ist sie aber an uns alle. (Quelle: Youtube Screenshot)

Italien ist das am heftigsten vom Coronavirus betroffene Land Europas. In einer Videobotschaft schicken Italiener nun eine Nachricht an sich selbst vor zehn Tagen - und meinen damit den Rest der Welt.

Die Zahlen in Italien sind erschreckend, mehrere Zehntausend italienische Covid-19 infizierte Patienten gibt es in dem südeuropäischen Land, über 2500 Menschen sind bereits an dem Virus gestorben. Mittlerweile ist de facto das gesamte Land in Quarantäne, 60 Millionen Italiener dürfen ihre Häuser nur noch unter bestimmten Bedingungen verlassen. Schuld daran ist auch, dass viele Menschen die Bedrohung durch die Pandemie zunächst nicht wirklich ernst nahmen, weiter feiern gingen, sich mit Freunden trafen und sich in ihrem Alltag zunächst kaum einschränken lassen wollten. Das Resultat ist nun die umfassende Ausgangssperre.

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Ratschläge aus der Zukunft

Es könnte ein Ausblick darauf sein, was uns auch in anderen europäischen Ländern und auch hier in Deutschland in Kürze erwartet, denn Italien war in allen bisherigen Entwicklungen etwa zehn Tage voraus. Nun hat "A Thing By", ein Kollektiv von Filmemachern, mit einem Youtube-Video versucht, den Menschen klar zu machen, was auf sie zukommt. Die Filmemacher aus Mailand baten Italiener und Italienerinnen, eine kurze Botschaft an ihr jüngeres Ich von vor zehn Tagen aufzunehmen. In dem dreieinhalbminütigen Video wird deutlich, wie sehr sich die meisten wünschten, das Coronavirus nicht so unterschätzt zu haben.

Es ist ganz klar, dieses Video richtet sich an den Rest von Europa, es ist eine Warnung, sich an die Vorgaben zu halten und aus den Fehlern Italiens zu lernen. Nach wie vor würden zu viele Menschen das Problem nicht ernst nehmen, sagt ein junger Italiener in dem Film. "Was du riskierst, ist nicht, eine 'normale' Grippe zu kriegen.” Auch junge infizierte Menschen müssten inzwischen beatmet werden. Ein junger Vater ermahnt sein jüngeres Ich: "Tommaso, mach keinen Scheiß. Bleib zu Hause."

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Doch manche der Teilnehmenden betonen auch, wie sie in der Quarantäne Solidarität erfahren und sich gemeinsam durch die schwierige Zeit helfen. Ein Italiener hält sein vergangenes Selbst dazu an, die Zeit zu nutzen und ein Musikinstrument zu lernen:"Spiel Gitarre. Oder lern endlich, Gitarre zu spielen. Weil du echt schlecht darin bist."

Seit Sonntag ist das Video mit englischen Untertiteln bei Youtube online zu sehen, seitdem haben es fast sechs Millionen Menschen angeklickt. Ein kleiner Hoffnungsschimmer, dass die italienische Botschaft aus der Zukunft vielleicht doch ankommt.

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