Virale Verbreitung: Schon zwei Millionen falsche Tweets zum Coronavirus

Die sozialen Medien sind nicht die beste Anlaufstelle für verlässliche Informationen. Das beweist eine neue Studie, die über zwei Millionen Tweets mit falschen Informationen zum Coronavirus gezählt hat.

Auf Twitter kursieren unzählige Falschmeldungen zum Coronavirus. Über zwei Millionen sollen es laut einer neuen Studie schon sein. (Illustration: Getty Images)

Seitdem das COVID-19 Virus sich von China aus weiterverbreitet, kursieren unzählige Gerüchte und Spekulationen im Netz. Innerhalb von nur drei Wochen sollen alleine auf Twitter zwei Millionen Falschnachrichten zu der Erkrankung und ihrer Verbreitung veröffentlicht worden sein, berichtet die Washington Post. Dazu gehören Verschwörungstheorien ebenso wie gefährliche angebliche Heilungsmethoden.

Fake News: Coronavirus soll eine Biowaffe sein

So schrieben User beispielsweise, dass das Virus eine Biowaffe sei oder gar von der Stiftung von Bill und Melinda Gates erschaffen worden sei. Beides völlig haltlose Behauptungen, die sich dennoch schnell über soziale Netzwerke verbreiten können. Auch rassistische Stereotype finden so ihren Weg in die globale Umlaufbahn. Die Falschnachricht, dass sich das Virus durch “Fledermaus-Suppe” verbreitet haben könnte, ließ sich kaum noch eindämmen, weil sie auf rechten Seiten verbreitet wurde.

Gerücht: Das Coronavirus soll als Biowaffe in einem Labor gezüchtet worden sein. (Symbolbild: Getty Images)

Fake-News: Die Wahrheit über Falschnachrichten

Deshalb gab das US-Außenministerium nun die Studie in Auftrag, die Falschmeldungen rund um das Coronavirus analysieren sollte. Das Ergebnis ist erschreckend, denn sieben Prozent aller Tweets zu dem Thema sind nachweislich falsch, viele davon mit gefährlichen Fehlinformationen oder eben absichtlich gestreuten Verschwörungstheorien.

Gezielt gestreute Fehlinformationen

Die Studie des Ministeriums konzentrierte sich im Wesentlichen auf internationale Tweets. Für die Studie wurden insgesamt 29 Millionen Tweets untersucht. Das beunruhigende Ergebnis lässt Schlüsse auf die Beeinflussung der gesamten Social-Media Diskussion zu dem Thema zu, folgert die Washington Post, der die Studie vorliegt. Einige der gestreuten Fehlinformationen scheinen sogar auf “unauthentische und bösartige Aktivitäten” hinzuweisen. Das ließe vermuten, dass die internationale Gesundheitskrise eventuell gezielt genutzt werde, um Zwietracht zu säen und politische Debatten zu beeinflussen.

Fake News: WHO kämpft gegen absurde Coronavirus-Gerüchte

Die sozialen Netzwerke versuchen, der Verbreitung von Fehlinformationen Einhalt zu gebieten. Ungewohnt schnell reagieren die Seitenbetreiber auf gemeldete Posts und entfernen die falschen Nachrichten zum Coronavirus. Besonders in den USA hatten sich Videos verbreitet, die angebliche Heilungsmethoden anboten. So sollten erkrankte Menschen beispielsweise Bleiche trinken, eine extrem gesundheitsgefährdender Lüge. Meistens versuchen die Unternehmen, ihre User auf offizielle Websites weiterzuleiten. Facebook hat beispielsweise in Deutschland ein Banner eingerichtet, das direkt auf die Informationsseiten des Bundesgesundheitsministeriums führt.

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