Vitaminpillen: Wann ist die Einnahme sinnvoll?

Man hört immer wieder unterschiedliche Dinge über Nahrungsergänzungsmittel. Sind sie die Rettung oder totaler Unsinn?

Laut der Apotheken Umschau sind bei einer abwechslungsreichen Ernährung keine Vitaminpillen notwendig, da alle wichtigen Vitamine über die Nahrungsmittel aufgenommen werden können. Darüber hinaus ist es gesetzlich vorgeschrieben, auf jeder Packung von Nahrungsergänzungsmitteln Hinweise zu einer ausgewogene Ernährung anzugeben, mit der man im Normalfall genügend Vitamine zu sich nimmt. 

Viele Menschen nehmen beispielsweise zusätzliches Vitamin C und hoffen, damit ihr Immunsystem und ihre Resistenz gegenüber Viren und Bakterien zu erhöhen. Dies ist jedoch kaum erforderlich, da Vitamin C in vielen Lebensmitteln erhalten ist. Neben Zitrusfrüchten ist das Vitamin beispielsweise auch in Kartoffeln, Kohl und Paprika enthalten. Aber essen Sie nicht abwechslungsreich genug und essen nicht täglich zwei Portionen Obst und Gemüse? Dann können zusätzliche Vitaminpillen helfen.

Gleichzeitig gibt es noch einige weitere besondere Lebenssituationen und Umstände, in denen Einnahme von Vitaminpillen zu empfehlen ist. 

Ältere Menschen haben meistens einen höheren Nährstoffbedarf. Da aber gleichzeitig der Energiebedarf und damit das Hungergefühl sinkt, werden mitunter nicht mehr genug Vitamine über die Nahrung aufgenommen. Nach Absprache mit dem Arzt können individuelle Dosen Vitamin D, C, B12 und Folsäure sowie Magnesium, Jod und Kalzium eingenommen werden.

In der Schwangerschaft steigt der Bedarf an Folsäure – ein Mangel kann zu Fehl- oder Frühgeburten führen – bei der Mutter, ebenso wie der Bedarf an Eisen, Jod, Kalzium und Omega-3-Fettsäuren.

Wenn Sie ein Veganer sind, wird empfohlen, zusätzliches Eisen, Vitamin B12 und Vitamin D einzunehmen.

Auch als Sportler kann es Sinn machen, den Körper durch die Einnahme von Vitaminpräparaten beim Muskelaufbau und der Regeneration zu unterstützen. Rebecca Rippe, auf das Thema Mineralstoffe spezialisierte Apothekerin, erklärt, dass ein Mangel an Kalzium und Magnesium Krämpfe auslösen kann. Auch weiß sie: "Es werden freie Radikale gebildet, die den Muskelaufbau anregen. Um sie wieder abzufangen, braucht es antioxidative Vitamine wie A, C und E."

Wer raucht, hat einen höheren Bedarf an Vitamin C, da mehr freie Radikale dem Körper zusetzen. 

Auch bei Medikamenteneinnahme und Erkrankungen können Mangelerscheinungen auftreten. Welche Präparate sich hier empfehlen, gilt es mit dem Arzt zu besprechen. Bei gewissen Darmerkranken kann beispielsweise ein Mangel an Zink oder Eisen auftreten, während Typ-2-Diabetiker, die Metformin einnehmen, anfällig für einen Mangel an B12 sind.

Insgesamt gilt es, am besten den Arzt um Rat zu fragen, bevor Sie unnötig viel Geld für unnütze Vitamine ausgeben oder dann doch nicht die fehlenden Mineralstoffe nicht ergänzen.