Volleyball-Beben! "Konnten Weg nicht weiterverfolgen"

Katharina Hosser
·Lesedauer: 3 Min.

Es war das Aufreger-Thema der vergangenen Tage im deutschen Volleyball!

Die Allianz MTV Stuttgart, deutscher Meister von 2019, und Coach Giannis Athanasopoulos entschieden sich, getrennte Wege zu gehen. Nach der überraschenden 1:3-Halbfinalpleite im DVV-Pokal gegen den SC Potsdam hatten sich Athanasopoulos und die Vereinsverantwortlichen zusammengesetzt, um die die Situation zu besprechen. (SERVICE: Alle Ergebnisse des DVV-Pokals)

Im Rahmen des Gesprächs kam es zu der Trennung, denn der "Trainer war nach der Kritik nicht bereit, weiterzumachen", wie Sportdirektorin Kim Renkema im Volleytalk auf SPORT1 verriet.

Grundsätzlich wäre die Bereitschaft seitens des Vereins da gewesen, zusammen mit dem Griechen weiterzumachen. In den turbulenten Tagen nach dem Pokal-Aus wurden die vergangenen Jahre kritisch aufgearbeitet, aber das Vertrauen in den Trainer wäre weiterhin vorhanden gewesen.

"Wir haben dann auch Lösungen gefunden und genug Vertrauen gehabt, dass wir das gemeinsam mit dem vorhandenen Personal ändern können – also auch gemeinsam mit Giannis (Athanasopoulos, Anm.d.Red.)", sagte Renkema.

Der SPORT1-Volleytalk auf SPORT1, Spotify, Apple Podcasts, Deezer – und überall wo es Podcasts gibt!

Da der Trainer jedoch eine weitere Zusammenarbeit nicht als zielführend ansah, "konnten wir den Weg nicht weiter verfolgen und dann muss man logischerweise auch getrennte Wege gehen. Das ist sehr schade, vor allem mitten in der Saison", befand Renkema.

Stuttgart: Viel Potenzial, wenige Titel

Allerdings müsse sich in Stuttgart zwingend etwas ändern. Sechsmal hatten die Schwäbinnen in den vergangenen Jahren die Chance, einen Titel zu gewinnen - nur 2019 gelang es.

Trotz dieser Meisterschaft dürften die Misserfolge nicht außer Acht gelassen werden. "Da sind eben die vier Pokalfinals, wo wir unser Potenzial nicht aufs Feld bringen konnten", legte Renkema im SPORT1-Podcast den Finger in die Wunde und ergänzte: "Wir sind die vergangenen Jahre nochmal zusammen durchgegangen und haben kritisch hinterfragt, wie es sein kann, dass wir bei vielen Endspielen das Potenzial der Mannschaft nicht auf das Feld bringen konnten."

Bereits nach der bitteren Pokal-Finalpleite in Mannheim hatte man diese Problematik angesprochen und meinte, die entsprechenden Hebel gefunden zu haben. "Wir wollten sportlich nicht zurückschalten, sondern noch mehr in die Mannschaft investieren. Und einen breiteren Kader aufbauen." So sollten die Probleme behoben werden. Als Ergebnis von dieser Analyse habe man "die Mannschaft zusammengestellt und sind mit dem Ziel Titel in die Saison gegangen."

Stuttgart: Trainer hat nicht die Alleinschuld

Nachdem nun bereits die erste Titelchance verloren ist, sucht man in Stuttgart weiter nach dem richtigen Rezept. "Das Potenzial, das eigentlich in dieser Mannschaft steckt, haben wir nicht zeigen können", meinte Renkema.

DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Diese müssen die Stuttgarterinnen nun aber ohne Athanasopoulos angehen, der aber nicht die Alleinschuld trage. "Natürlich sind da immer viele Gründe dafür verantwortlich und nicht nur eine Person."

Nun gilt die volle Konzentration der Bundesliga. Da die vergangene Saison coronabedingt abgebrochen wurde, sind die Schwäbinnen als Meister 2019 immer noch die Titelverteidigerinnen.
Daher will Renkema jetzt nach vorne blicken, damit "das eine Ziel, das wir immer noch haben, erhalten bleibt."

Das komplette Gespräch mit Kim Renkema gibt es zum Nachhören im SPORT1-Volleytalk.