Von diesen Alltagsgeräten solltest du besser die Finger lassen

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Es gibt viele Geräte, die einem das Leben leichter und angenehmer machen. Einige davon haben aber ihren Preis – und der ist manchmal so hoch, dass man lieber gleich auf die praktischen Helfer im Alltag verzichten sollte.

Laubbläser machen nicht nur Lärm, sie schaden auch Tieren und Menschen. (Bild: Getty Images)

Laubbläser

Bisher waren Anwohner vor allem vom Lärm genervt, wenn in der Nähe ein Laubbläser zum Einsatz kam. Tatsächlich machen manche Geräte mit Lautstärken von bis zu 120 Dezibel genau so viel Lärm wie manch ein Presslufthammer. Das Bundesumweltministerium hat nun aber aus anderen Gründen dazu aufgerufen, im privaten Bereich ganz auf die Geräte zu verzichten und sie auch im öffentlichen Raum nur noch einzusetzen, wenn es unbedingt sein muss.

Zum einen werden die Laubbläser oft mit Benzin betrieben und stoßen umweltschädliche Abgase aus. Zum anderen schaden sie Tieren wie Insekten, Würmern, Spinnen, Kleintieren und Kleinsäugern, denen das Laub als Lebensraum oder Nahrungsgrundlage dient oder die beim Einsatz der Laubbläser gleich getötet werden. Auch Vögeln, die in der Laubschicht nach Nahrung suchen, werden durch sie gefährdet. Für Menschen besteht zudem dann eine Gefahr, wenn die Laubbläser Bodenbakterien oder Krankheitserreger aufwirbeln, die sich zum Beispiel in Hundehaufen befinden.

Wegen Tierschutz: Umweltministerium rät von Laubbläsern ab

Vor allem Igel, die sich bei Gefahr zusammenrollen, fallen autonomen Rasenmähern oft zum Opfer. (Bild: Getty Images)

Rasenmäherroboter

Sie sind praktisch und erledigen völlig selbstständig eine Arbeit, die den meisten Gartenbesitzern schon immer auf die Nerven gegangen ist: Rasenmähen. Mähroboter werden immer beliebter, doch für Tiere können sie verhängnisvoll sein. Gerade Igel, die bei Gefahr nicht weglaufen, sondern sich zu einer Kugel zusammenrollen, fallen den Robotern häufig zum Opfer.

Diese erkennen die kleinen Gartenbewohner nicht als Hindernis und überrollen sie einfach. Die Tiere werden dann entweder schwer verletzt oder ganz zerhäckselt. Auch Kröten, Eidechsen und Insekten können von den autonomen Rasenmähern getötet werden. Tierschützer verweisen darauf, dass man die Mähroboter wenigstens nicht in der Dämmerung und in der Nacht laufen lassen sollte, wenn Igel und andere Kleintiere auf Nahrungssuche sind. 2018 hat die Stiftung Warentest außerdem von einem Unfallrisiko für Kinder berichtet. In einem Test hatten zwei Roboter deutliche Schnitte an einem Kinderschuh hinterlassen.

Auf 6,5 Gramm Kaffee kommen mit den Kapseln 2,5 Gramm Aluminium. (Bild: Getty Images)

Filter ist Trumpf: So trinken die Deutschen ihren Kaffee am liebsten

Kaffeemaschinen mit Kapseln

Dass Kaffee aus Kapseln verhältnismäßig teuer ist, macht für viele Kunden die Tatsache wett, dass sie relativ schnell und unkompliziert an ihren Kaffee kommen. Für die Umwelt sind die Kapseln allerdings eine ziemliche Belastung. Laut der Deutschen Umwelthilfe kommen auf 6,5 Gramm Kaffee durchschnittlich etwa 2,5 Gramm Aluminium oder Kunststoff für die Einzel-Verpackung und dann noch einmal 1,5 Gramm Papier für die Umverpackung. Vier Gramm Verpackung kommen so auf 6,5 Gramm Kaffee, allein in Deutschland werden schätzungsweise drei Milliarden Kaffeekapseln pro Jahr verbraucht.

Dazu kommt, dass es längst auch Milch und sogar Tee in den Kapseln gibt. Selbst wenn die Hersteller mit dem Recycling der Kapseln werben, werden die meisten laut Deutscher Umwelthilfe "in der Regel vollständig aus Neumaterial hergestellt". Und auch Kapseln aus biologisch abbaubarem Kunststoff schaden der Umwelt, weil der Abbauprozess für viele Kompostierungsanlagen zu lange dauert, so dass die Kapseln dort aussortiert und verbrannt werden.

Ganz so nachhaltig wie ihr Ruf sind E-Roller gar nicht. (Bild: Getty Images)

E-Roller

Die Hersteller von E-Rollern werben gerne damit, dass die zweirädrigen Gefährte eine umweltfreundliche Alternative darstellen. Ganz so einfach ist das aber nicht. Denn wie umweltfreundlich oder eben nicht die E-Roller sind, hängt von mehreren Faktoren ab. Zum einen davon, ob eine Fahrt mit ihnen wirklich eine Fahrt zum Beispiel mit einem Auto ersetzt.

Laut Umweltbundesamt ist das – wenn überhaupt – nur bedingt der Fall. In einer im September 2019 vorgestellten Untersuchung heißt es dazu: "Die gefahrenen Strecken sind meist sehr kurz und können regelmäßig auch zu Fuß, mit Bus, Bahn oder Fahrrad bewältigt werden." Wäre die zurückgelegte Strecke also zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigt worden, wäre das auf jeden Fall die umweltfreundlichere Variante.

Fragebogen: Sind E-Tretroller Segen oder Fluch?

Ein zweites Problem ist, dass die Roller regelmäßig mit Benzin- oder Diesel-Transportern eingesammelt werden müssen, um sie aufzuladen und zu warten. Drittens ist die Frage, mit welcher Art von Strom die Roller aufgeladen werden. Im Hinblick auf die Umwelt ist das größte Problem aber der Lithium-Ionen-Akku, der die E-Scooter am Laufen hält und bei dessen Herstellung viel CO2 verursacht wird. Je länger die Scooter fahren, desto besser, doch viele von ihnen haben nur eine Laufzeit von ein paar Monaten. Hinzu kommt, dass die Akkus oft nicht ausgetauscht werden können und kaputte Roller dann komplett im Elektroschrott landen.

Im schlimmsten Falle sehen nicht nur die Eltern dem Baby zu. (Bild: Getty Images)

Babyphones mit W-LAN-Anschluss

Babyphones mit Kamera und W-LAN-Anschluss sind wahnsinnig praktisch. Die Eltern können ihr Kind nicht nur schreien hören, sondern im eigenen Bett oder vor dem Fernseher liegend auch gleich sehen, was es so macht. Leider steht diese Möglichkeit nicht nur Eltern oder etwaigen anderen Aufpassen frei, sondern auch Hackern. Die können über die IP und die User-Daten schnell und ziemlich simpel Zugriff auf die nicht ganz so smarten Geräte erhalten, gucken und hören, was in dem Kinderzimmer so los ist und das Kind auch ansprechen. Laut Stiftung Warentest sind klassische Funk-Babyphones sicherer als moderne Webcam-Modelle.

VIDEO: Schrott in der Rhône: Freiwillige fischen 109 E-Roller aus dem Wasser