Während Amtseinführung: Amanda Gormans lustiges Erlebnis mit den Obamas

Johannes Giesler
·Freier Autor
·Lesedauer: 4 Min.

Michelle Obama stellt offenbar Regeln für ihren Mann auf, die für sie selbst nicht so ganz gelten. Davon berichtete jetzt die mittlerweile weltweit bekannte 22-jährige Poetin Amanda Gorman in einer Talkshow.

Michelle Obama umarmt Amanda Gorman während der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden. Hinter diesem Moment steckt eine lustige Geschichte. Foto: REUTERS / Kevin Lamarque
Michelle Obama umarmt Amanda Gorman während der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden. Hinter diesem Moment steckt eine lustige Geschichte. Foto: REUTERS / Kevin Lamarque

Sie hatte nicht nur einen weltweit gefeierten Auftritt während der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden, sondern auch einen besonderen Sitzplatz: Denn Amanda Gorman – mit 22 Jahren die jüngste Dichterin, die je einen neuen Präsidenten poetisch ins Amt begleitet hat – saß während der Feierlichkeiten nicht weit entfernt von Michelle und Barack Obama. Und konnte deswegen eine lustige Begebenheit hören.

Davon berichtete sie diese Woche in der „The Ellen DeGeneres Show“-Talkshow, wo sie via Videochat zugeschaltet war. Das ganze Gespräch ist auch auf Youtube veröffentlicht worden.

Gorman erzählte darin: „Ich erinnere mich, dass ich nicht weit von Michelle Obama saß und sie immer wieder ihren Mann anfuhr. Sie wiederholte dann immer wieder: ‚Hör endlich damit auf, Leute zu umarmen und ihnen so nah zu kommen.‘“

Michelle Obama, die Umarmerin

Doch selbst wollte sie sich wohl nicht an diese Regel halten, die sie erst Minuten zuvor für ihren Mann aufgestellt hatte. Denn als Gorman, nach ihrem Auftritt, wieder zu ihrem Platz kam, reagierte Michelle wie folgt. „Sie schob ihren Mann beiseite, kam auf mich zu und gab mir die größte und herzlichste Michelle-Obama-Umarmung“, sagte Gorman mit einem Lachen.

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Gorman hatte, wie sie dann erzählte, die ehemalige First Lady schon vor einiger Zeit kennengelernt. „Ich habe sie einige Male getroffen, aber nie ihren Mann. Bei jedem Treffen habe ich aber gehofft, dass sie sich nicht an das letzte Mal erinnert, damit ich eine neue Chance für einen besten ersten Eindruck habe, um es endlich richtig zu machen. Aber sie hat sich jedes Mal an mich erinnert und sie war auch immer supernett.“

Darauf, was sie denn falsch gemacht haben könnte, um einen besseren ersten Eindruck vermitteln zu wollen, ging sie zwar nicht weiter ein. Dafür erzählte sie, wie es sich für sie anfühlt, von Michelle Obama umarmt zu werden: „Ich bin dafür eigentlich zu klein. Meine Stirn reicht nur bis zu ihrem Bauchnabel.“

Millionen Social-Media-Fans innerhalb weniger Tage

In der Folge berichtete sie noch, wie sie die vergangene Woche erlebt hat. Denn mit ihrem Auftritt und dem Gedicht „The Hill we Climb“, in dem sie die US-amerikanische Geschichte mit ihrer eigenen Vergangenheit und Zukunft verwebt, ist sie in kürzester Zeit zum Superstar geworden.

So sagte sie im Gespräch mit deGeneres: „Ich habe schon irgendwie verstanden, dass ich als jüngste Dichterin während einer Amtseinführung in die Geschichte eingehen würde. Aber nicht, was das für mich bedeuten könnte.“

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Kurzfristig: Millionen Fans in sozialen Netzwerken. Nach ihrem Auftritt konnte sie eigenen Aussagen zufolge ihr Smartphone für einige Zeit nicht mehr nutzen, weil die entsprechenden Apps alle überlastet waren. Mittlerweile folgen ihr auf Instagram über 3,2 Millionen Menschen.

Aber auch: Ihre Bücher, Gorman hat schon mehrere verfasst und ein aktuelles Gedichtband mit „The Hill we Climb“ kann bereits vorbestellt werden, schossen auf die Bestsellerliste von Amazon.

Ehrgeizige Ziele

Doch das könnten nur Zwischenschritte sein auf dem Weg zu einem noch ehrgeizigeren Ziel. Sie möchte selbst US-Präsidentin werden. Es wäre ein Aufstieg, wie ihn die Verfassung der Vereinigten Staaten allen Bürger*innen ermöglichen soll: Aufgewachsen bei einer alleinerziehenden Mutter, hat Gorman später an der renommierten Universität Harvard, finanziert durch ein Stipendium, studiert und schon nebenher begonnen, Bücher und Gedichte zu verfassen. Heute bezeichnet sie sich als Aktivistin, die sich gegen Rassismus, Ungleichheit und für Feminismus einsetzt.

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