Während der Wetter-Vorhersage: Reporter birgt Ertrunkenen

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 2 Min.

Luke Bradnam berichtet über das Wetter an der Australischen Gold Coast. Doch in diesem Fall fand er sich plötzlich mitten in einer tragischen Rettungsaktion wieder.

Normalerweise moderiert Luke Bradnam seine Wettervorhersage nicht ohne Oberbekleidung. (Quelle: Screenshot  Nine News)
Normalerweise moderiert Luke Bradnam seine Wettervorhersage nicht ohne Oberbekleidung. (Quelle: Screenshot Nine News)

Auch wenn das Wetter in Australien schon mal tückisch werden kann, ist der Arbeits-Alltag des Meteorologen Luke Bradnams normalerweise nicht sehr aufregend. Doch was er bei einer Live-Schalte in der vergangenen Woche erlebte, wird der Reporter wohl nie vergessen. Er hatte gerade seinen Wetterbericht für Nine News Queensland am Strand beendet, als er auf einen wild winkenden Boogie-Border im Wasser aufmerksam wurde.

“Wir mussten es einfach tun”

Bradnam ging von einer Rettungsaktion aus, wie er danach seinen immer noch zugeschalteten Kollegen im Studio berichtete. “Der Boogie Border dachte, er hätte jemanden in der Brandung gesehen,” sagte Bradnam. Er habe sofort seine Kleidung ausgezogen und versucht, dem vermeintlich in Not geratenen Schwimmer gemeinsam mit dem Surfer zur Hilfe zu eilen. Doch als die beiden sich der Person in der Brandung näherten, mussten sie feststellen, dass jede Rettung zu spät kam. “Es wurde uns schnell klar, dass es sich um einen Leichnam handelte,” erzählte der aufgewühlte Reporter seinen Kollegen.

Dennoch bemühten sich die beiden, den leblosen Körper an Land zu bringen. “In dem Augenblick dachte ich einfach nur: Dies ist der Sohn von jemandem, es wird ihm zumindest Frieden bringen. Wir mussten es einfach tun.” Trotz einer Schulterverletzung gelang es Bradnam und dem Surfer, die Leiche zu bergen.

Achtung - "Breaking News": Die Kleiderpanne einer Reporterin kurz vor der Live-Sendung

In den Sozialen Medien blieb sein heldenhafter Einsatz nicht unbemerkt, auch wenn er ein trauriges Ende nahm. “Danke, dass ihr euer Leben riskiert habt, um ein anderes zu retten,” schrieb ein User. “Obwohl das Ergebnis nicht das war, was ihr erhofft hattet, hat zumindest eine Familie ihren Angehörigen wieder bekommen.”

Bei dem Toten handelte es sich um einen 32-jährigen britischen Tourist, wie Nachforschungen der Polizei ergaben. Am gleichen Abend war nur fünf Kilometer nördlich in Kurrawa Beach die Leiche einer jungen Frau im Wasser entdeckt worden. Die beiden waren offenbar nachts zum Schwimmen ins Wasser gegangen und hatten die trügerische Strömung unterschätzt.

Immer wieder verlieren Menschen an der “Gold Coast” ihr Leben

Tatsächlich verlieren an der “Gold Coast” immer wieder Menschen ihr Leben im Wasser. Aktuell sind mehrere Strände in der Region aus Sicherheitsgründen geschlossen. Bevor er zu seinem Notfall-Einsatz ins Wasser sprang, hatte Bradnam gerade über die gefährliche Brandung an der Küste berichtet.

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