Warum jetzt alle über Michelle Obamas Haare reden

Michelle Obama hat in ihrem Interview mit Gayle King im Rahmen des Essence Festival in New Orleans einige interessante, persönliche Dinge gesagt. Doch ein Statement kam bei den Leuten ganz ohne Worte an. Denn eines der Top-Gesprächsthemen auf Social Media ist die Frisur der ehemaligen First Lady.

Die ehemalige First Lady Michelle Obama zeigte sich am Samstag bei einem Interview mit ihren Naturlocken - und wird dafür gefeiert (Bild: Getty Images/Josh Brasted/FilmMagic)

Die Zeiten der First-Ladylike-Hosenanzüge sind definitiv vorbei: In einem pailettenbesetzten, blauen Jumpsuit brachte Michelle Obama glitzernden Glamour zu dem Event - doch es war ihre Frisur, die die meiste Aufmerksamkeit auf sich zogen. Statt der glatten, glänzenden Mähne, die wir an ihr gewohnt sind, zeigte sie sich mit leicht aufgehellten Locken.

Darum ist der Look so bedeutsam

Es ist nicht da erste Mal, dass wir sie so sehen. Vor wenigen Wochen machten Urlaubsfotos der Obamas die Runde, auf denen Michelle mit ihren Naturlocken zu sehen war, und im vergangenen Jahr hatte sie diesen Look auf dem Cover des Magazins “Essence” gerockt.

Warum also die große Aufregung um eine Frisur? Weil es gerade für dunkelhäutige Frauen eine große Bedeutung hat, eine Frau von Obamas Status mit natürlich gekräuseltem oder gelocktem Haar zu sehen - denn sich diese Freiheit herauszunehmen ist alles andere als selbstverständlich.

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Schwarze Frauen, die ihr Haar in natürlichen Locken oder zu Dreadlocks geflochten haben, werden in der Gesellschaft immer noch anders gesehen als diejenigen, die ihr Haar glätten. Bei Beförderungen werden sie öfter übergangen und im Job öfter ausgegrenzt, weswegen Kalifornien bereits ein Gesetz erlassen hat, das die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres natürlichen Haars verbietet.

Michelle Obama kennt das Problem

Auch Michelle Obama sah sich während ihrer Zeit im Weißen Haus und in den Jahren als erfolgreiche Anwältin nicht in der Position, ihre Naturlocken zeigen zu können, weswegen wir sie bisher ausschließlich mit stets sorgfältig geglättetem Haar kannten.

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In dem Podcast “2 Dope Queens” erzählte sie von ihrer “Haarstrategie”, die sie sich als schwarze Frau in der Welt der Politik zulegen musste. Zeitweise habe sie sogar Sorge gehabt, dass ihr Haar aufgrund der ständigen Behandlungen ausfallen könnte. “Aber das war nicht nur etwas, das ich als First Lady durchmachen musste. Das ist etwas, was man als schwarze, berufstätige Frau durchmachen muss.”

Obamas Rat an junge Frauen

Auch am Samstag sprach sie über ihre Zeit an der Seite ihres Ehemanns Barack Obama, als dieser noch Präsident der USA war und über die zwei anstrengenden Wahlkämpfe, in denen sie als “wütende schwarze Frau” wahrgenommen wurde.

Auch Michelle Obama traute sich lange nicht, ihr natürliches Haar zu zeigen (Bild: Getty Images/ Erika Goldring/Getty Images)

“Ich musste mir meine Gunst verdienen und wusste, dass ich mich schnell definieren musste. Ich will, dass alle jungen Mädchen da draußen wissen, dass wir alle damit zu kämpfen haben - dunkelhäutige Menschen, Menschen der Arbeiterklasse, dunkelhäutige Frauen. Die Leute wollen uns auf negative Weise definieren, bevor wir die Chance bekommen, unsere eigenen Geschichten zu erzählen.”

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Sie riet den Anwesenden, sich einen ebenbürtigen Partner zu suchen und verglich ihre Ehe mit einer Sportmannschaft. “Mein Ehemann ist mein Teamkamerad, und wenn wir dieses Spiel gemeinsam gewinnen wollen, muss er stark sein und meine Stärke akzeptieren.”

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