Warum „Dietland“ genau die Serie ist, die wir in Zeiten von #metoo brauchen

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Joy Nash bei der Premiere der dritten Staffel von „Twin Peaks“. In „Dietland“ spielt sie die Hauptrolle. (Bild: Eric Charbonneau/REX/Shutterstock)

Frauen schlagen zurück – und das ist auch gut so! Die neue Serie „Dietland“ thematisiert das Frauenbild und den Sexismus unserer Gesellschaft und macht den männlichen Verantwortlichen mit ganz viel schwarzem Humor einen Strich durch die Rechnung – oft mit tödlichen Folgen. Heute läuft die erste Episode.


„Die Ladys von Dietland sitzen nicht einfach nur da – sie schlagen zurück.”

„Menschen versuchen immer, herauszustechen. Ich will einfach nur dazugehören“, sagt die Hauptfigur Plum Kettle (Joy Nash) im offiziellen Trailer und verrät damit schon einiges über sich. Die übergewichtige Ghostwriterin, die bei New Yorks berüchtigtem Frauenmagazin „Daisy Chain“ arbeitet, will ihr Leben umkrempeln und sich einer Magenverkleinerung unterziehen. Dafür muss sie allerdings erst einmal ordentlich abnehmen, und probiert alles, um ihr Ziel zu erreichen.

 

In ihrem Job wird Kettle täglich mit den Problemen anderer Frauen konfrontiert: Ihre clevere Chefredakteurin (Julianna Margulies) erhält Tausende Leserbriefe von misshandelten, sich selbst verletzenden oder selbstmordgefährdeten Frauen – und Plum beantwortet sie, allerdings ebenfalls todunglücklich mit sich selbst. Die oberflächliche Welt, in der sie arbeitet, hat sie dabei längst verinnerlicht. Allerdings gibt es noch Menschen in ihrem Leben, die ihr die Size Zero ausreden wollen: Ihre Freunde in einem Kaffee, in dem sie gern arbeitet, die Beauty-Ressortchefin von „Daisy Chain“ oder ihre Mutter. Und auch der Polizist Dominic scheint an ihr interessiert zu sein. Dann wird die Stadt auch noch von einer Mordserie an Männern erschüttert, die in der Vergangenheit Frauen missbraucht oder gedemütigt haben, die daraufhin Suizid begingen. Und Plums Plan gerät ordentlich aus den Fugen.


„Eine Revolution kommt *schmeißt Kopf zurück und lacht irre*”

In Zeiten von #metoo und täglichem Bodyshaming kommt die Show wie gerufen: Die Hauptfigur ist unsicher, gebrandmarkt, auf der Suche nach ihrem perfekten Selbst – und viele können sich mit ihr identifizieren. Die Serie hinterfragt auf diese Weise Körperideale und die Realität der Gleichberechtigung.

Natürlich ist der Plot überzeichnet und künstlerisch zugespitzt – für viele Frauen dürfte die schwarze Komödie allerdings genau das sein, was sie sich als Antwort auf den modernen Perfektionswahn wünschen.

Am 4. Juni startet die Serie „Dietland“ hierzulande auf Amazon Prime.