Warum eine Yoga-Lehrerin seit einem Jahr kein Wasser mehr trinkt

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Wer trockenfastet, darf 14 Stunden am Tag weder Nahrung noch Getränke zu sich nehmen und führt dem Körper Flüssigkeit nur in Form von Obst, Gemüse, Säften und Kokoswasser zu. Hört sich hart an, kann aber Wunder bewirken, behauptet die Yoga-Lehrerin Sophie Partik.

Sophie Partik hat das Trockenfasten für sich entdeckt. Doch das ist nicht für alle geeignet. (Bild: Caters)

Sophie Partik hat seit einem Jahr keinen Tropfen Wasser zu sich genommen und fühlt sich nach eigenen Angaben besser als je zuvor. Zuvor hatte sie jahrelang unter schlechter Haut, Verdauungsproblemen, Nahrungsmittelallergien und Schmerzen in den Gelenken gelitten. ”Ich hatte extreme Schwellungen im Gesicht und in den Gelenken - ich war so aufgequollen, dass ich krank aussah“, sagte sie kürzlich gegenüber der ”Daily Mail“.

Lange Essens- und Trinkpausen und kein Wasser

Da Ärzte keine organischen Ursachen für ihre Beschwerden fanden und ihr darum auch nicht helfen konnten, forschte sie selbst nach, welche Möglichkeiten der Linderung es für sie geben könnte. Und stieß dabei auf das Trockenfasten, das eine ganze Menge Disziplin erfordert. Wie beim Intervallfasten darf man rund 14 Stunden am Tag nichts essen, dazu kommt aber, dass man in dieser Zeit auch nichts trinken darf. Obendrein ist Wasser tabu. Die Flüssigkeitsaufnahme beschränkt sich auf das in Gemüse und Obst enthaltene Wasser plus frische Gemüse oder Obst-Säfte und Kokoswasser. In Früchten und Obst ist nämlich H3O2 enthalten, das den Körper ebenfalls auf zellulärer Ebene hydrieren kann.

Bevor die Yoga-Lehrerin mit dem Trockenfasten angefangen hat, hatte sie unter anderem mit extremen Schwellungen im Gesicht zu kämpfen. (Bild: Caters)

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Am schwierigsten ist der Verzicht auf Wasser

Laut Partik hätten sich ihre Beschwerden schon kurze Zeit, nachdem sie mit dem Trockenfasten angefangen hätte, deutlich gebessert. Dabei gab sie auch zu, dass die erste Zeit hart gewesen wäre: ”Dein Mund wird trocken und dein Gehirn sagt dir, dass du etwas trinken musst.“ Sei man allerdings über diesen Punkt hinweg, sei das Fasten über die positiven körperlichen Effekte hinaus auch ”die beste Psychotherapie“: ”Statt zu essen und zu trinken habe ich so viel Zeit, mich auf andere Dinge zu konzentrieren.“ Ihr momentaner Rekord liegt bei 52 Stunden Trockenfasten, wobei sie sich zum Ziel gesetzt hat, es einmal zehn Tage am Stück durchzuhalten.

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Die österreichische Yoga-Meisterin lebt derzeit auf Bali und weist ihre Follower bei Instagram auch darauf hin, dass Trockenfasten nicht für jeden geeignet sei. Die größte Gefahr beim Trockenfasten liegt auf jeden Fall darin, dass der Körper, gerade bei heißen Temperaturen, dehydriert - dem wirkt sie durch viel Kokosnusswasser aus frischen Kokosnüssen entgegen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung warnt

Wer Trocken-, Heil- oder Intervallfasten gerne einmal ausprobieren möchte, sollte dies nicht ohne Rücksprache mit dem Hausarzt tun. So warnt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) davor, dass je nach Fastenart eine ausgewogene Nährstoffzufuhr gefährdet sein kann. Senioren, Schwangere, Stillende, Jugendliche oder Kinder sollten auf Fasten demnach gänzlich verzichten. Gleiches gilt für Menschen mit bestimmten Krankheiten wie Essstörungen oder Leber- und Nierenkrankheiten.

Starkes Fasten kann laut DGE schlimmstenfalls schlimme Folgen für die Gesundheit haben: Als Folge werden Nierensteine, Kreislaufstörungen, Herzrhythmusstörungen und Schwindel aufgeführt. Im Extremfall könne gar der Herzmuskel angegriffen werden.