Warum Selbstbräuner ein Gesundheitsrisiko für die Haut darstellen kann

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Die Nutzung von Selbstbräunungsprodukten wirkt sich auf die Vitamin-D-Produktion aus. (Symbolbild: Getty Images)

Im Herbst müssen sich Sonnenanbeter in nordeuropäischen Gefilden von ihrer natürlichen Sommerbräune verabschieden. Um in den Wintermonaten nicht blass zu werden, greifen viele zu Bräunungscremes – doch der Wirkstoff DHA kann schädlich für die Gesundheit sein.

Lange war Selbstbräuner verpönt. Doch die Zeiten, in denen Bräunungscremes die Haut in unnatürlichen Terrakotta- und Orange-Nuancen erstrahlen ließen, sind vorbei. Inzwischen ist in Drogeriemärkten eine vielfältige Produktpalette zu finden: Cremes, Schäume und Lotionen versprechen Bräune in natürlicher Optik. Doch einige Fabrikate sind mit Vorsicht zu genießen.

Bräunungscreme kann zu Vitamin-D-Mangel führen

Dr. Ross Perry, medizinischer Direktor von Cosmedics UK und Experte für Hautkrebs, hat mit Yahoo UK über die Risiken von Selbstbräunern gesprochen. Ein Hauptbestandteil der meisten Produkte könne die Haut davon abhalten, Vitamin D zu produzieren.

“Bräunungsmittel enthalten eine lange Liste chemischer Wirkstoffe, von denen viele nicht besonders gut für die Nutzer sind”, warnt Dr. Perry. Die Mittel enthielten meist Docosahexaensäure (DHA), die für eine dunkle Schicht auf der Haut sorgt, indem sie mit Aminosäuren in der Hautoberfläche reagiert. Durch den Stoff werde die Absorption von UVB-Strahlen verhindert, die eine wesentliche Rolle bei der Produktion von Vitamin D in der Haut spielen.

Wer Selbstbräuner verwendet, sollte auf Produkte ohne DHA zurückgreifen. (Symbolbild: Getty Images)

Auch Selbstbräuner ohne DHA erhältlich

Allgemein gelte der Grundsatz: Je dunkler die Nuancen der Bräunungscreme, desto schlechter die UVB-Absorption. Bei langanhaltender Wirkung der Bräune könne die Produktion von Vitamin D für rund zwei Wochen blockiert werden. Wer trotzdem weiter Selbstbräuner verwenden möchte, sollte auf Fabrikate ohne DHA zurückgreifen.

Die Produktion von Vitamin D ist für die Gesundheit sehr wichtig. Das Robert Koch-Institut weist darauf hin, dass ein schwerer Mangel zu Knochenerkrankungen führen könne. Doch auch ein geringerer Vitamin-D-Mangel könnte sich bereits bemerkbar machen: Es gebe aktuellen Forschungsergebnissen zufolge vermutlich Zusammenhänge zwischen niedrigen Vitamin-D-Werten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder bestimmten Krebsarten.