Warum Sie Ihr Bluetooth sofort ausschalten sollten

Jennifer Caprarella
Freie Autorin

Bluetooth ist für die meisten von uns allgegenwärtig. Wie verwenden es für Handys, Drucker, Kopfhörer, Autos und sogar für Haushaltsgeräte, macht kabellose Datenübertragung unser Leben doch um so einiges bequemer – doch wenn es nach Experten geht, auch gefährlicher.

Handy, Smartwatch, drahtlose Kopfhörer: Bluetooth ist für viele von uns allgegenwärtig (Bild: Getty Images)

Auf der jährlichen Hacker-Konferenz DEF CON ist die erste Amtshandlung eines jeden Teilnehmers, auf der Stelle das Bluetooth auf seinem Smartphone zu deaktivieren. Denn gerade Hacker wissen nur zu gut, was für ein Sicherheits- und Datenschutz-Albtraum Bluetooth tatsächlich ist.

Hacker können körperliche Schäden anrichten

Das wurde auch auf der diesjährigen Versammlung wieder einmal vor Augen geführt. Der Forscher Matt Wixey demonstrierte, wie er mittels eines Virus die Sicherheitslücken ausnutzen und so auf Geräten, die über einen Lautsprecher verfügen, Geräusche auf gefährlichen Frequenzen abspielen kann, die großen Schaden bei Leuten im unmittelbaren Umfeld anrichten können – bis hin zum Gehörverlust.

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Doch selbst, wenn wir mal nicht damit rechnen wollen, dass gelangweilte Hacker zukünftig nicht mehr nur unsere Computer mit Trojanern blockieren, sondern uns über unsere Lautsprecher Gehörschäden zufügen, stellt Bluetooth ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko für uns dar.

Abgehörte Anrufe, Stalking beim Einkaufen

Vor Kurzem haben Forscher eine Sicherheitslücke in der Bluetooth-Authentifizierung entdeckt, durch die Hacker sogar bei Telefongesprächen mithören können, die über ein Bluetooth-Gerät wie zum Beispiel kabellose Kopfhörer geführt werden. “Key Negotiation Of Bluetooth” oder auch KNOB wird diese Art von Angriff genannt, bei dem Hacker einen Verschlüsselungscode der Größe von teilweise nur einem Byte in die Bluetooth-Verbindung schmuggeln und diesen dann knacken. Schon stehen ihnen unsere Telefonate und auch sensible Daten auf unseren Geräten offen.

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Selbst beim Einkaufen können via Bluetooth ungefragt Daten ermittelt werden. Wie unter anderem die “New York Times” berichtet, nutzen Supermärkte und andere Läden bereits Bluetooth Beacons, um das Shopping-Verhalten ihrer Kunden minutiös zu verfolgen. Die gewonnen Informationen können dann beispielsweise an Werbeanbieter weiterverkauft werden.

Wie man sich schützt

Die Lösung liegt auf der Hand: Am sichersten fährt, wer Bluetooth gar nicht erst aktiviert. Wer nicht darauf verzichten möchte, sollte die Verbindung wirklich nur solange nutzen, wie das entsprechende Gerät benötigt wird, und danach wieder auf den kleinen Button klicken, um das Bluetooth abzuschalten.

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