Warum Wattestäbchen nicht ins Ohr gehören

Sophie Winter
Freie Autorin

Auf Wattestäbchen-Packungen steht ein Satz, den die meisten Käufer schlicht ignorieren: “Nicht in den Gehörgang einführen!“ Wofür kauft man die Dinger sonst, denkt man sich, und macht zu Hause genau das. Dabei ist das nicht nur unnötig, sondern sogar kontraproduktiv.

Garantiert jeder hat sich schon mal die Ohren mit Wattestäbchen geputzt (Symbolbild: Getty Images)

Schön sieht das Ohrenschmalz nicht aus, sobald er am Wattestäbchen klebt, aber unhygienisch, wie viele meinen, ist er nicht. Das Schmalz ist sogar nur dafür da, die Ohren sauber zu halten. Er wird dort stetig gebildet und dann immer weiter in Richtung Ausgang geschoben. Auf diesem Weg sammelt es alles ein, was nicht ins Ohr gehört: Bakterien zum Beispiel, Staub oder abgestorbene Hautschüppchen. Sobald das Schmalz aus dem Ohr geflossen ist, kann man es ganz einfach mit dem Zipfel eines Handtuchs abwischen, raten Hals-Nasen-Ohren-Ärzte. Hierfür könnte man auch ein Wattestäbchen benutzen, aber bitte nur hierfür.

Der Schmalz wird vor allem nach hinten gedrückt

Wer ein solches nämlich in den Gehörgang einführt, entfernt nur ein kleines bisschen von dem darin befindlichen Schmalz. Den weit größeren Teil schiebt man damit einfach weiter ins Ohr hinein. Wer die Stäbchen auf diese Weise oft benutzt, bewirkt damit, dass der Gehörgang trocken wird und zum Ausgleich damit beginnt, sogar extra viel Ohrenschmalz zu produzieren.

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Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich vor dem Trommelfell ein Pfropfen bildet, durch den man schlechter hört und der jucken oder weh tun kann. Einen solchen kann dann ein Arzt entfernen, indem er ihn zum Beispiel absaugt.

Wer wirklich ein Problem mit Ohrenschmalz hat, sollte zum Arzt gehen

Zuletzt bergen Wattestäbchen noch die Gefahr, dass man mit ihnen aus Versehen zu tief in den Gehörgang bohrt und sich damit das Trommelfell verletzt, was wirklich schmerzhaft ist und ärztlich behandelt werden muss. Fazit: Wessen Ohren normal viel Schmalz produzieren, braucht keine Wattestäbchen. Wer tatsächlich ein Problem mit zu viel Ohrenschmalz hat, braucht auch keine. Denn dann hilft der Ohrenarzt.

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