Was deine Perioden-App alles über dich verraten kann

Antonia Wallner
Freie Autorin

Viele Frauen tracken ihre Periode über Menstruations-Apps, die anhand der Daten dann ausrechnen, wann die nächste Blutung fällig ist. Datenschutz wird bei den Anbietern angeblich großgeschrieben, doch so manche App gibt die sensiblen Infos wohl doch preis, wie eine Neuseeländerin erstaunt auf Facebook feststellen musste.

Wen wir eine App herunterladen, ignorieren wir oft die Datenschutz-Richtlinien. (Bild: Getty Images)

Dass Online-Giganten wie Google und Facebook eine Menge über ihre Nutzer wissen, ist eine leidige und erschreckende Tatsache. Dass sie dabei verschiedene Quellen nutzen, ist aber vielen Nutzern nicht bewusst. Wenn wir eine App herunterladen, klicken wir oft ohne Nachzudenken auf “Datenschutzrichtlinien akzeptieren“. Schon klar, keiner hat Lust sich durch unzählige Seiten winzigen Textes zu quälen. Aber vielleicht sollten wir es doch manchmal tun.

Anzeigen für Baby-Utensilien und Schwangerschaftsmode

Die Journalistin Talia Shadwell wunderte sich nämlich über die komischen Werbeanzeigen, die auf einmal ihren Newsfeed überfluteten. Baby-Utensilien, Schwangerschaftsmode und Kinderkleidung poppten da auf. Dabei war die 30-Jährige weder schwanger noch hatte sie bereits Kinder. Woher kamen also die Anzeigen?

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Zunächst dachte die Journalistin, die Werbung käme davon, dass sie öfter mal Baby-Posts likte und Freunde mit Kindern hätte. Doch als Shadwell ihre Perioden-App öffnete, dämmerte es ihr. Sie hatte vergessen, einen neuen Zyklus zu markieren und so schlussfolgerte die App, sie sei schwanger. Der Anbieter hatte die hochsensiblen medizinischen Daten dann an Dritt-Apps weitergeben, unter anderem anscheinend auch an Facebook. Sie fände das beunruhigend, meinte Shadwell gegenüber dem “Mirror“, dass in Zukunft Dienste wie Facebook noch vor ihr wüssten, dass sie schwanger sei.

Die 30-Jährige postete ihre Erfahrung auf Twitter und nannte das Ganze “unheimlich“.


“Ich habe überlegt, ob ich diese Erfahrung posten soll – aber ich denke, für viele ist das ein erschreckend klarer Einblick, wie genau die Tech-Giganten Frauenkörper kennen. Letzte Woche bekam ich Mutter und Baby-Werbeanzeigen auf Facebook...“

Der Post bekam regen Austausch auf Twitter, mit rund 12.000 Likes und über 5.000 Retweets. Viele Frauen erzählten von ihren eigenen Entdeckungen und pflichteten der Journalistin bei. Was lernen wir daraus? Zumindest die Datenschutz-Richtlinien grob überfliegen, bevor wir auf “Akzeptieren“ klicken. Und sollte es doch passiert sein, überprüfen, ob sich die Einstellungen der App ändern lassen.

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