Erkältung: Ist Bettruhe wirklich nötig?

Alice Tielich
Freie Autorin

Nach den Weihnachtsfeiertagen plagen sich die meisten nur mit ein paar Kilos mehr auf der Waage rum. Spätestens nach einer wild durchgefeierten Silvesternacht aber macht bei den meisten der Körper schlapp – die Feiertagserkältung schlägt zu. Muss man denn nun unbedingt das Bett hüten?

Bei einer Erkältung wollen sich viele einfach nur einwickeln und auf dem Bett oder Sofa bleiben - doch ist das immer die gesündeste Lösung? (Bild: Getty Images)

Eine Erkältung beginnt meist mit einem kratzenden oder schmerzenden Hals und führt im weiteren Verlauf unter anderem zu einer verstopften Nase und Husten. Man fühlt sich elend und möchte am liebsten den ganzen Tag im Bett verbringen. Allerdings ist das nicht immer die beste Wahl.

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Dr. Hans-Jörg Hellmuth ist Facharzt für Allgemeinmedizin und Lehrbeauftragter des Institutes für Allgemeinmedizin an der Universität Würzburg. Mit ihm sprach “apotheken-umschau.de” über diverse Erkältungsmythen.

Raus an die frische Luft

Bettruhe ist demnach nicht unbedingt notwendig. Da der Körper mit der Abwehr der Viren beschäftigt ist, fühlen sich Patienten oft schlapp, was von den möglichen Muskel- und Gelenkschmerzen noch verstärkt wird. Bei erhöhter Temperatur soll man sich schonen, aber wenn man sich körperlich dazu in der Lage fühlt, ist Bettruhe nicht zwingend nötig. Im Gegenteil: Ein entspannter Spaziergang bringt den Kreislauf in Schwung und die frische Luft ist für die gestressten Schleimhäute auf jeden Fall besser als die trockene Heizungsluft und kann die Atemwege befreien. Wenn man also wirklich nicht nach draußen will oder kann: Immer wieder die Räume gut lüften!

Ein entspannter Spaziergang - warm eingepackt natürlich - an der frischen Luft kann bei Erkältung unter Umständen gut tun (Bild: Getty Images)

Ab wann gehört man aber nun unbedingt ins Bett? Dr. Michael Feld rät laut “fitbook.de” dazu, auf folgende Punkte zu achten: Sobald sich die Erkältung nicht mehr nur auf einzelne Organe wie Hals oder Nase beschränkt, sondern sich auf den ganzen Körper ausweitet, sollte man das Bett hüten. Die erhöhte Körpertemperatur ist ein guter Gradmesser.

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Steigt sie auf 38,5 Grad und mehr, schwitzt man stark – und dann ist Bettruhe angesagt: “Der Körper erhöht die Körpertemperatur, um seinen Stoffwechsel hochzufahren. Keime, die es in den Körper geschafft haben, versucht dieser über seinen erhöhten Stoffwechsel platt zu machen. Der Motor erhöht sozusagen die Drehzahl.“ Dann sollte man den Körper nicht noch mit zusätzlichen Aktivitäten überlasten.

“Schlaf ist die beste Medizin”?

Schon die Großeltern wußten ja: “Schlaf ist die beste Medizin.” Aber woran liegt das? Eine im Februar 2019 im Fachblatt “Journal of Experimental Medicine” veröffentlichte Studie unter der Leitung der Forscher Lange, Dimitrov und Besedovsky stellte fest, dass Schlaf die Tätigkeit bestimmter Abwehrzellen, der sogenannten T-Zellen, unterstützt. Zu wenig Schlaf kann sich sogar negativ auf die Arbeit dieser Zellen auswirken und damit das Immunsystem beeinträchtigen. Um den Körper zu unterstützen, sollte man also auf ausreichend Schlaf achten, und zwar nicht nur dann, wenn die Erkältung einen schon erwischt hat.

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