Was sind die Anzeichen und Symptome von Borreliose und wie schützt man sich vor Zeckenbissen?

Borreliose (auch Lyme-Krankheit genannt) wird oft mit “Wanderröte” in Verbindung gebracht [Foto: Getty]

Die Anzahl der Borreliose-Fälle steigt an und besorgniserregende, aktuelle Forschungsergebnisse besagen, dass die Zahl der Fälle möglicherweise dreimal so hoch ist wie bisher angenommen.

Die Zahl der Borreliose-Fälle wurde bisher auf 2.000 bis 3.000 pro Jahr geschätzt.

Allerdings gibt es aktuelle Schätzungen, laut denen es 2012 sogar 7.738 Fälle gegeben haben soll. Diese Zahl könnte 2019 auf mehr als 8.000 Fälle ansteigen, wenn die jährliche Zunahme seit 2012 gleichbleibend wäre.

Trotz dieser besorgniserregenden neuen Zahlen wissen viele Menschen noch nicht, was Borreliose eigentlich ist und wie sich diese Krankheit verbreitet.

Was ist Borreliose?

Laut dem britischen Gesundheitsdienst NHS ist Borreliose eine bakterielle Infektion, die sich auf Menschen durch die Bisse von infizierten Zecken übertragen kann.

„Die Lyme-Krankheit (allgemein unter dem Namen Borreliose bekannt) ist eine bakterielle Infektion, die durch Zeckenbisse übertragen wird“, erklärt Dr. Diana Gall von Doctor4U. „Wenn man von einer infizierten Zecke gebissen wird, können die Bakterien in die Blutbahn geraten. Dadurch besteht das Risiko, dass man Borreliose entwickelt. Allerdings tragen nicht alle Zecken das Bakterium in sich, also ist nicht immer eine Behandlung notwendig, selbst wenn man gebissen wurde.“

Man findet Zecken meistens in Wäldern, Waldgebieten und Gegenden, in denen viel Gras wächst. Sie können allerdings auch in Gärten und Parks vorkommen.

„Es ist wichtig, dass man die ersten Anzeichen und Symptome von Borreliose erkennt, so dass man diese schnellstmöglich effektiv behandeln kann“, fügt sie hinzu.

Was sind die Symptome von Borreliose?

Laut Dr. Gall ist eines der häufigsten Symptome im Anfangsstadium von Borreliose ein runder, roter Ausschlag um den Zeckenbiss herum, den man auch als Wanderröte bezeichnet.

„Die Infektion zeigt sich häufig durch einen runden, roten Ausschlag, der sich kreisförmig ausbreitet und in der Mitte einer Zielscheibe ähnelt. Dieser tritt innerhalb von 1 – 4 Wochen nach dem Biss auf“, erklärt sie.

Allerdings tritt nicht bei jedem mit Borreliose infizierten Menschen ein Ausschlag auf.

„Manchmal sind die einzigen Anzeichen von Borreliose grippeartige Symptome wie hohes Fieber, Kopfweh, Muskel- und Gelenkschmerzen und allgemeine Erschöpfung“, fügt Dr. Gall hinzu.

Borreliose wird durch Zecken übertragen [Foto: Getty]

Was tun, wenn man glaubt, von einer Zecke gebissen worden zu sein?

Laut Matt Courtney Smith von der Apotheke Lloyds Pharmacy bemerken viele Menschen nicht, dass sie gebissen wurden, da Zeckenbisse in der Regel keine Schmerzen verursachen.

„Sie können aber Schwellungen, Juckreiz und Blutergüsse verursachen und in Form eines kleinen roten Knotens auf der Haut sichtbar werden“, erklärt er.

„Zecken bleiben oftmals an der Haut hängen und sollten vorsichtig mit einer spitzen Pinzette entfernt werden. Halten Sie die Zecke so dicht wie möglich an der Haut fest und ziehen Sie sie dann langsam und beständig von der Haut weg“, erklärt Courtney Smith.

„Man sollte die Stelle dann mit Seife und Wasser waschen und eine antibakterielle Salbe um den Biss herum auftragen, um Juckreiz zu lindern.“

„Wenn Sie den Verdacht haben, dass sie sich mit Borreliose infiziert haben, machen Sie einen Termin bei Ihrem Hausarzt, der einen Bluttest mit Ihnen machen wird“, rät Dr. Gall.

Bleibt die Infektion unbehandelt, kann sie sich zu schwereren Formen von Borreliose entwickeln, bei denen Symptome wie geschwollene Gelenke, Nerven- und Herzprobleme, sowie Gedächtnis- und Konzentrationsschwäche auftreten können.

Wie wird Borreliose behandelt?

Zum Glück ist Borreliose eine Krankheit, die man behandeln kann. Patienten mit der Diagnose müssen 2-4 Wochen lang Antibiotika einnehmen, um die Bakterien abzutöten.

„In seltenen Fällen halten die Symptome noch lange nach der Behandlung an, aber die große Mehrheit wird schnell wieder gesund“, erklärt Dr. Gall.

Wie schützt man sich im Urlaub vor Zecken?

Nicht nur in Großbritannien sollte man sich vor Zecken in Acht nehmen, denn die Spinnentiere kommen auf der ganzen Welt vor. Denken sie also daran, wenn Sie dieses Jahr in ein heißes Land reisen.

„Man findet Zecken in Waldgebieten und überwucherten Feldern, die es in den meisten Ländern gibt“, sagt Courtney Smith.

„Sie hängen sich oft an die Haut und beißen am liebsten in warmen, feuchten Körperregionen zu, wie der Lendengegend oder den Achselhöhlen. Der Biss an sich juckt oft und verursacht eine Rötung auf der Haut um den Biss. Obwohl sie normalerweise harmlos sind, können Zecken neben Borreliose auch Meningitis übertragen. Es ist also wichtig, Zeckenbisse möglichst zu vermeiden, wenn sie ins Ausland reisen.“

Um das Risiko eines Bisses zu verringern, empfiehlt Dr. Gall so viel Haut wie möglich bedeckt zu halten, denn dies macht es den Zecken schwerer, durch das Material zu beißen.

„Andere vorbeugende Maßnahmen, die Sie treffen können, beinhalten die Anwendung von Insektenschutzmittel. Sie können außerdem vermeiden, durch grasbewachsene Gebiete zu laufen und leichte, helle Kleidung tragen, so dass sie Zecken einfacher entdecken können“, fügt Dr. Gall hinzu.

Sie empfiehlt außerdem, die Haut (und die Ihrer Haustiere, falls Sie welche haben) nach Zecken abzusuchen, wenn Sie draußen unterwegs waren.

„Sie sollten zusätzlich auch Ihre Kopfhaut und Hautfalten untersuchen, da sich Zecken gern in diesen Bereichen verstecken”, fügt sie hinzu.

Marie Claire Dorking