Was steckt wirklich hinter einem knurrenden Magen?

Carolin Klar
Freie Autorin für Yahoo Style
Das Magenknurren entsteht genau genommen nicht im Magen, sondern im Darm. (Bild: Getty Images / Piotr Marcinski / EyeEm)

Von wegen “Magenknurren”: Wo das Grummeln tatsächlich herkommt, warum es entsteht und wie man die Geräuschentwicklung beeinflussen kann.

Egal ob man hungrig ist oder satt: In der Magen-Darm-Gegend grummelt es gelegentlich. Und im Meeting, Wartezimmer oder in der Bibliothek kann einem ein angesichts der Stille gut hörbar knurrender Magen unter Umständen schon mal einen peinlichen Moment bescheren. Gut zu wissen, warum die Geräusche kommen – und wie sie wieder weggehen.

Was passiert nach dem Essen?

Die Mahlzeit wandert von der Speiseröhre in den Magen, wo sie mit Magensäften vermischt und verflüssigt wird. Muskeln kneten den Nahrungsbrei durch und befördern ihn weiter Richtung Darm. Dort findet die eigentliche Verdauung statt, bei der Gase entstehen. Diese bewegen sich mit dem Speisebrei fort und verursachen Darmgeräusche.

Das Magenknurren kommt aus dem “Knurrdarm”

Das typische Magenknurren entsteht, wenn der Magen leer ist. Er arbeitet dann auch – aber das hörbare Kollern und Gurren, das Mediziner “Borborygmus” nennen, kommt nicht vom Magen, sondern vom sogenannten Jejunum – einem Darmabschnitt, der sich an den Zwölffingerdarm anschließt. Das Jenunum ist Teil des Dünndarms und wird aufgrund der Geräusche, die dort durch die Bewegung von Flüssigkeit und Gasen entstehen können, auch “Knurrdarm” genannt.

Der Magen-Darm-Trakt arbeitet komplett autonom, da er durch das enterische Nervensystem gesteuert wird. Wir können die Verdauungstätigkeit und dabei entstehenden Töne deshalb nicht unterdrücken – ihnen entgegenwirken aber schon.

Was tun bei Magenknurren?

Etwas essen, warmes Wasser oder Tee trinken oder Fenchelsamen kauen: Das alles hilft dabei, die Verdauungsmuskeln zu entspannen und die Aktivität von Magen und Darm zu verringern – somit werden die Geräusche aus der Magen-Darm-Gegend reduziert.

Vorbeugend wirken richtige Essgewohnheiten: Am besten ist es, kleine Mahlzeiten regelmäßig über den Tag verteilt zu essen, damit der Magen beziehungsweise Darm gar nicht erst ertönt, weil man hungrig oder überfüllt ist. Es ist ohnehin nicht gut für die Gesundheit, zu lange nichts zu essen und zu viel auf einmal in sich hineinzuschlingen. Mit drei Mahlzeiten am Tag, morgens, mittags und abends, sowie kleineren Snacks zwischendurch überfordert man die Verdauung nicht und verursacht kein Völlegefühl.