Was verdient eigentlich ein Apotheker?

Jennifer Caprarella
Freie Autorin

“Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker” – der Beruf des Apothekers hat sich stark gewandelt, und die wenigsten stellen Arzneimittel noch eigenhändig her. Doch nach wie vor sind die Pharmazeuten ein vertrauenswürdiger Ansprechpartner, bei vielen Leiden sogar noch vor dem Arzt. Macht sich das bezahlt?

Der Apotheker ist ein wichtiger Ansprechpartner für Patienten, doch eine Goldmine ist eine Apotheke keineswegs (Bild: Getty Images)

Wie viel ein Apotheker tatsächlich verdient, hängt stark von Branche und Ausbildungsgrad ab. Für den Pharmazeuten ist ein Studium zwar unabdingbar, doch macht es einen großen Unterschied, ob man nach dem zweiten Staatsexamen bereits in die Arbeitswelt einsteigt oder in Industrie und Forschung einsteigt, wofür meist ein Diplom oder sogar ein Doktortitel von Nöten ist.

Apotheke oder Krankenhaus?

Wer als approbierter Apotheker in einer öffentlichen Apotheke arbeitet, verdient im ersten Jahr etwa 3.200 Euro brutto monatlich. Nach dem fünften Jahr kann das Gehalt auf rund 3.500 Euro ansteigen, und nach zehn Jahren fließen um die 3.800 Euro aufs Konto.

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Anders sieht das bei Pharmazeuten aus, die in einer Krankenhausapotheke angestellt sind, denn die sind nicht an die Tarife des Verbands gebunden. Hier variiert der monatliche Verdienst zwischen 3.500 und 7.000 Euro brutto.

Wer sich selbstständig macht und eine eigene Apotheke eröffnet, dem bleiben in der Regel 3 bis 5 Prozent des Umsatzes als Brutto-Verdienst. Laut “Markt.de” bleiben einem selbstständigen Apotheker nach Abzug aller Steuern und Versicherungen im Schnitt zwischen 2.500 und 4.000 Euro Monatsgehalt.

Wer wirklich viel verdienen will, muss in die Forschung - hierfür braucht es nicht selten einen Doktortitel (Bild: Getty Images)

Das große Geld liegt in der Pharmaindustrie

Wer also richtig gutes Geld verdienen will, belässt es nicht bei der Approbation und hängt an das zweite Staatsexamen noch ein Diplom oder idealerweise eine Promotion an. Damit hat ein Pharmazeut beste Chancen, in die Pharmaindustrie einzusteigen, wo Jobs im medizinisch-wissenschaftlichen Bereich warten. Hier ist man nicht mehr allein für den Direktvertrieb der Arzneimittel zuständig, sondern für Forschung, Entwicklung und Zulassung von Medikamenten.

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Dort sind Gehälter von 4.000 Euro monatlich nicht der Lohn für jahrzehntelange Arbeit, sondern das Minimum. Als Führungskraft sind auch Gehälter von bis zu 15.000 Euro brutto monatlich keine Seltenheit.

Nicht jeder Angestellte in Apotheken hat studiert

Übrigens hat nicht jeder Angestellte in der Apotheke, der einem im weißen Kittel Kopfschmerztabletten über die Theke reicht, ein Studium abgeschlossen. In vielen Fällen findet man sich als Kunde keinem Apotheker, sondern einem pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) gegenüber. Die verfügen über eine reguläre Berufsausbildung und arbeiten unter Aufsicht eines studierten Pharmazeuten bei einem Durchschnittsverdienst von 2.500 Euro brutto pro Monat.

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