„Was wollt ihr mir damit sagen?”: Forever 21 versendet Diät-Riegel an empörte Kunden

Foto via Twitter.

Forever 21 steht unter Beschuss, nachdem es einen üblen Mode-Fauxpas begangen hatte.

Die Kette für Mode und Accessoires steht in der Kritik, nachdem bekannt wurde, dass sie zusammen mit ihren Online-Bestellungen auch Diätriegel an ihre Kunden verschickte.

Die Kontroverse begann, als diverse empörte Kunden ihrem Ärger in den Sozialen Netzwerken Luft machten, nachdem sie ihre Bestellungen von Forever21 erhalten hatten. Diese enthielten nämlich zusätzlich Atkins-Zitronenriegel und eine Broschüre, in der die beliebte Low-Carb Diät angepriesen wurde.

JA, es ist meine eigene Schuld, dass ich bei @Forever21 bestellt habe, aber warum drängen sie mir Diätprodukte auf?? Sie haben einen Atkins-Riegel mitgeschickt?!

Viele Kunden, die sich über das Unternehmen beschwerten, hatten Kleidung aus der Plus-Size-Kollektion bestellt. Allerdings erhielten auch Kunden mit kleineren Kleidergrößen die Riegel.

„Hey Forever21, versendet ihr eure Atkins-Diätriegel mit allen Bestellungen oder nur mit denen für Damen über 1X?“, schrieb eine verärgerte Kundin bei Twitter.

Vielen Dank @Forever21. Mein Paket ist angekommen: 5 Teile aus der Plus-Size-Reihe… und dieser #atkins-Riegel, der da mit reingerutscht sein muss. Ich halte gar nichts von Leuten, die mir sagen, wie ich mein Leben leben soll. Oh, und als ihr den Diätriegel eingepackt habt, habt ihr meine eigentliche Rechnung vergessen!! 😤

Ich hab es von Kleidergröße 24 (in Deutschland Größe 52) auf Größe 18 (Größe 46) geschafft, trage also immer noch Übergrößen. Ich hab also eine Jeans bei @Forever21 bestellt. Ich öffnete das Paket und als ich hineinsah, fand ich diesen Atkins-Riegel. Was versucht ihr mir damit zu sagen, Forever 21?? Dass ich FETT bin und ABNEHMEN muss? Verschickt ihr die auch an DAMEN IN NORMALGRÖSSE?

Die kanadische Bloggerin und Autorin Destiny Murtaugh, die unter dem Namen “The Fat Author” (Die dicke Autorin) bekannt ist, verurteilte die Modekette auf Twitter.

„Was zur Hölle soll das, Forever21?“, schrieb Murtaugh. „Es ist nicht nur unglaublich diskriminierend, sondern auch gefährlich, Kunden unaufgefordert Diätriegel zuzuschicken. Sie können negative Auswirkungen auf Menschen haben, die an Esstörungen leiden. Es ist mehr als widerlich. Hört damit auf, den Menschen Diätkultur aufzudrängen.“

Wie Dr. Linda Bacon in ihrem Buch „Health At Every Size: The Surprising Truth About Your Weight“ („Gesund in jeder Kleidergröße: Die erstaunliche Wahrheit über dein Gewicht”) deutlich macht, führen Diäten und ständiges Zu- und Abnehmen langfristig nur zu einem: Gewichtszunahme. Wenn man bewusst weniger Kalorien zu sich nimmt (und vermeintliche Diätprodukte isst), verlangsamt sich der Stoffwechsel und der Heißhunger wird noch größer – besonders auf Fast Food. Dazu kommt, dass sich Enzyme vermehren, die Fett einlagern.

Genauso, wie es keine gute Idee ist, seinen Kunden Diätriegel zu schicken, sind Diäten generell nicht zu empfehlen. Allerdings bringen sie sehr viel Geld ein.

(Foto von George Rose/Getty Images)

„Der Grund, der dahinter steckt, ist schlicht und ergreifend Geld”, twitterte Samantha Puc. „Nun ratet mal, was passiert, wenn Kunden von Forever 21 durch Diäten zu- oder abnehmen, wie es ihnen von einer Modefirma aufgedrängt wird! Richtig, sie brauchen neue Kleidung! Win-Win für Forever21, aber Lose-Lose für die Kunden.“

Während die Beschwerden noch im vollen Gange waren, veröffentlichte Forever 21 in der Zeitschrift InStyle eine Stellungnahme zu dem „Gratis-Geschenk“, das Kunden erhalten hatten.

„Von Zeit zu Zeit überraschen wir von Forever 21 unsere Kunden mit Gratis-Testprodukten von Drittanbietern in ihren Online-Bestellungen. Die Gratisprodukte lagen allen Online-Bestellungen – egal, in welcher Größe oder Kategorie – bei. Dies war nur für einen begrenzten Zeitraum der Fall und sie werden mittlerweile nicht mehr versandt“, hieß es in dem Statement.

„Da haben wir wohl etwas übersehen und bitten vielmals um Entschuldigung, falls wir Kunden damit verärgert haben. Dies war keinesfalls unsere Absicht.“

Elizabeth Di Filippo