Was wurde eigentlich aus Gotye?

Stefica Budimir-Bekan
Freie Autorin

Der Ohrwurm “Somebody That I Used to Know“ beförderte Gotye über Nacht in den Star-Himmel. Sein Lied wurde alleine auf YouTube über eine Milliarde Mal geklickt. Doch fast genauso schnell wie der Künstler berühmt wurde, verschwand er auch wieder in der Versenkung. Warum er heute auch nur jemand ist, den man einst kannte.

Gotye mit seinen Auszeichnungen (Bild: Getty Images)

Mit “Somebody That I Used to Know“ gelang Gotye, der mit bürgerlichem Namen Wouter de Backer heißt, in Belgien geboren, aber in Australien aufgewachsen ist, der internationale Durchbruch. Das Lied wurde mehrfach gecovered, 2013 wurde es sogar als „Single des Jahres“ mit einem Grammy ausgezeichnet. Einen zweiten Grammy gab es für den australischen Künstler für die “Beste Popdarbietung eines Duos“, da er den Song zusammen mit seiner Duettpartnerin Kimbra performt hatte. Auch sein Album “Making Mirrors“ wurde mit dem berühmten Musikpreis geehrt. Dass sich Gotye selbst nach einem solch erfolgreichen Start in der Musikbranche für ein Leben außerhalb des Rampenlichts entschied, ist umso erstaunlicher.

Gotye verzichtete sogar auf die Pre-Roll-Ads auf YouTube. Sein Hit „Somebody That I Used to Know“ wurde inzwischen fast 1,3 Milliarden Mal aufgerufen. Allein dafür hätte er eine ordentliche Stange Geld kassieren können, wenn er vor der Wiedergabe des Songs Werbung eingeblendet hätte. Seine Erklärung gegenüber “news.com.au“: “Ich bin nicht daran interessiert, meine Musik zu verkaufen. Das ist der Grund, warum ich keine Werbung auf meinem YouTube-Kanal schalte, was viele Leute heutzutage seltsam finden, aber das ist eine Entscheidung, die man treffen kann. Ich verhalte mich mit all meiner Musik so. Ich möchte meine Musik nicht für Produkte oder Werbung nutzen.”

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Gotye verzichtet auf viel Geld

Das sind nicht die einzigen Millionen, die Gotye durch die Lappen gingen. Er entschied sich ebenfalls dazu 50% seiner Tantiemen aus dem Song “Somebody That I Used to Know“ an Luiz Bonfá zu zahlen, weil das Lied ein Sample aus dessen Song “Seville“ enthält. Hierzu sagte er: “Es gab einen Moment, in dem ich mir überlegt hatte, vor Gericht zu gehen, aber ich wollte diese Zeit meines Lebens nicht an solche Dinge verschwenden.“

Gotye selbst hat keine Pläne, mit seiner Solo-Karriere weiterzumachen oder neue Musik herauszubringen, doch engagiert sich der Künstler, wie man seinem Twitter- und Instagram-Acccount entnehmen kann, gerne für die Projekte anderer Musiker und Bands. 2002 schloss er sich mit Kris Schroeder zusammen und gründete die Band The Basics. Tim Heath war der Dritte im Bunde. Seitdem hat die Gruppe neun Alben herausgebracht, das letzte 2015. 2017 veröffentlichten The Basics das Live-Album “In the Rude“, das gleichzeitig auch das 15-jährige Jubiläum der Band feierte.

Als Jean-Jacques Perrey, ein französischer Pionier der elektronischen Musik, 2016 starb, gründete Gotye ihm zu Ehren das Ondioline Orchestra mit der Absicht, das Erbe und die Klänge der Ondioline, eines elektronischen Keyboards, zu erhalten. 2017 brachte die Band, die neben Gotye aus Rob Schwimmer, Joe McGinty und Zammuto besteht, das Lied “Cigale“ heraus, das Perrey gewidmet wurde. Ihr Tribut wurde außerdem mit dem Australian-Helpmann-Award ausgezeichnet.

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Dass wir demnächst aber etwas Neues von Gotye hören werden, darf bezweifelt werden. In einem Interview mit der “Welt“ sagte er 2012 bereits, als er gefragt wurde, ob ihn das Schicksal eines One-Hit-Wonders erwarte: “Ja, möglicherweise. Und wissen Sie was? Es wäre mir egal."