Pfando: Vorsicht bei Geld gegen Autos!

Stefica Budimir-Bekan
Freie Autorin

Die Botschaft, mit der das KFZ-Pfandleihhaus Pfando wirbt, ist verlockend: Unkompliziert Bargeld für das eigene Auto bekommen und trotzdem weiterfahren. Klingt sehr gut, scheint in der Realität laut einer WDR-Recherche aber nicht so problemlos zu sein.

Achtung! Bei Pfando landet Ihr Auto im Warenkorb, da Sie es nicht verpfänden, sondern verkaufen. (Symbolbild: Getty Images)

Mehrere Betroffene berichteten dem öffentlich-rechtlichen Sender WDR, dass sie bei der Unterschrift des Vertrages unzureichend von Pfando aufgeklärt worden seien. Sie seien davon ausgegangen, dass es sich um eine “Beleihung” des Fahrzeuges handele. Das soll so auch im Beratungsgespräch thematisiert gewesen sein.

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In diesem Fall wäre es ein normales Pfandgeschäft, bei dem der Kunde nicht das Eigentum an seinem Auto verliert. In Wahrheit hatten sie mit der Unterschrift allerdings dem Verkauf ihres Fahrzeuges zugestimmt.

Ein Rückkauf ist nur auf Kulanz von Pfando möglich

Pfandos Modell funktioniert so: Der Kunde verkauft sein Auto, kann es gegen eine monatliche Mietzahlung weiterfahren und hat am Vertragsende kein Rückkaufsrecht mehr. Die Verträge sehen dann stattdessen eine Versteigerung vor. Laut WDR bietet das Unternehmen zwar regelmäßig seinen Kunden das Fahrzeug zum Rückkauf an, vertraglich verpflichtet ist es dazu aber nicht.

Pfando holt sich im Falle von nicht gezahlten Mietraten den Wagen ab und berechnet dem Kunden dafür rund 1.000 Euro. Das Landgericht Frankfurt stellte nun fest, dass diese Vertragsklausel unwirksam sei. Das Unternehmen möchte aber dennoch nichts an seiner Vorgehensweise ändern, da laut seiner Argumentation dem Kunden im Falle einer Klage auf Herausgabe deutlich höhere Kosten entstünden.

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Anwälte widersprechen Pfando

Kunden-Anwälte sehen das anders. Der Dortmunder Rechtsanwalt Kay Koeppen verweist darauf, dass es im Vertrag ein Widerrufsrecht geben müsse. Sabrina Steller, ebenfalls Anwältin, sieht das ähnlich: Ihrer Meinung nach sind die Pfando-Verträge mit Verbraucherdarlehensverträgen vergleichbar – und diese könnten Verbraucher widerrufen.

Pfando bestreitet das. Für die Kunden bedeutet das: Vorsicht bei der Unterschrift – sie müssen sich bewusst sein, dass sie damit das Eigentum am Auto verlieren.

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