Wegen Bränden im Amazonas: Diese Marken boykottieren Brasilien

Anna Rinderspacher
Freie Journalistin

Beliebte Modelabels wie Timberland, Vans und The North Face wollen vorerst keine Leder- und Fellimporte aus Brasilien beziehen. Denn auch diese tragen zu den Problemen im Regenwald bei.

Der Regenwald in Brasilien brennt seit Wochen (Bild: AP)

Der Amazonas-Regenwald steht in Flammen. Jeden Tag fallen mehr und mehr Bäume den Feuern zum Opfer – welche Konsequenzen das für die Umwelt und die Tierwelt vor Ort haben wird, ist derzeit schwer absehbar.

Inzwischen wird vermutet, dass die verheerenden Brände von Viehzüchtern und Bauern absichtlich gelegt wurden, um mehr Fläche für landwirtschaftliche Nutzung zu schaffen – in Brasilien gibt es mehr Rinder als Menschen, die Produktion von Fleisch ist ein großer Wirtschaftssektor für das Entwicklungsland.

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Doch nicht nur der immense weltweite Fleischkonsum (laut des Institute for Agricultural and Trade Policy importierte Deutschland 2016 10.000 Tonnen Rindfleisch aus Brasilien) verschlimmert die Situation des Regenwaldes, auch Leder- und Fellimporte spielen eine Rolle: Brasilien produziert etwa 22 Prozent der weltweiten Lederexporte und ist damit laut einer Analyse der US National Wildlife Federation der größte Lieferant für Tierhäute.

Timberland boykottiert Waren aus Brasilien (Bild: Getty Images)

Immer mehr Firmen boykottieren Brasilien

Und wo lukrative Geschäfte warten, lassen Korruption und Gesetzesbruch meist nicht lange auf sich warten. So berichteten brasilianische Medien bereits im Juli, dass der weltgrößte Fleischwarenhersteller und Lederproduzent JBS Land gekauft habe, das eigentlich nicht zur Weidehaltung vorgesehen ist. JBS wies diesen Vorwurf jedoch zurück.

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Nichtsdestotrotz hat sich der US-Konzern VF, zu dem auch die Marken Timberland, Vans und The North Face gehören, entschlossen, vorerst keine Importe aus Brasilien mehr zu beziehen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, würden die Geschäfte laut VF erst dann wieder aufgenommen, “wenn wir das Vertrauen und die Zusicherung haben, dass die in unseren Produkten verwendeten Materialien keine Umweltschäden in dem Land anrichten.”

Wie das Magazin “Utopia“ berichtet, ist der Modekonzern mit seinem Boykott nicht alleine: auch Nordea, eine Bank mit Sitz in Helsinki, hat offenbar angekündigt, bis auf Weiteres auf Geschäfte mit Brasilien verzichten zu wollen: Sie schätzt die Risiken zu hoch ein, die die Umweltpolitik von Brasiliens Präsident mit sich bringt.

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