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Wegen Disney-Film: Schule ermittelt gegen Lehrerin in Florida

Die Familie Clades aus dem Disney-Film "Strange World" wird mit ihrem schrägsten Abenteuer konfrontiert. (Bild: Disney)
Die Familie Clades aus dem Disney-Film "Strange World" wird mit ihrem schrägsten Abenteuer konfrontiert. (Bild: Disney)

Weil sie ihrer fünften Klasse den Disney-Animationsfilm "Strange World" zeigte, wird gegen eine Lehrerin aus dem US-Bundesstaat Florida ermittelt. Auf der Videoplattform TikTok erzählt sie nun ihre gesamte Geschichte.

Damit hatte Jenna Barbee vermutlich nicht gerechnet: Weil sie ihrer fünften Klasse im Unterricht den Animationsfilm "Strange World" zeigte, hat das Bildungsministerium des US-Bundesstaats Florida Ermittlungen gegen die Lehrerin eingeleitet. Grund dafür ist ein schwuler Protagonist in dem Disney-Film. In einem rund sechsminütigen Video, welches auf der Plattform TikTok viral ging, erzählt Barbee nun die ganze Geschichte.

Sie habe ihren Schülerinnen und Schülern eine "Denkpause" gönnen wollen, erklärt Barbee. Immerhin hatten die etwa zehn Jahre alten Kinder den Vormittag mit standardisierten Tests verbracht. Sie entschied sich für "Strange World", da der Film zum behandelten Unterrichtsinhalt in Geowissenschaften passte: "Mein Gedanke war, dass es eine bessere Möglichkeit gibt, all diese Standards zusammen mit großen Lektionen über das Überwinden von Unterschieden, die Verbreitung von Freundlichkeit, Kommunikation und das Verfolgen von Träumen zu präsentieren", erklärt Barbee.

Möglicher Verstoß gegen neues Gesetz

Dass es sich bei "Strange World" um einen sogenannten PG-zertifizierten Film handelte, bei dem die Filmindustrie das gemeinsame Anschauen mit den Eltern empfiehlt, war kein Problem: Eine entsprechende Einverständniserklärung hätten alle Eltern schon zu Beginn des Schuljahres unterzeichnet.

Die Mutter einer Schülerin schätzte die Lage anders ein: Sie meldete die Lehrerin den Behörden, die nun, Medienberichten zufolge, wegen eines möglichen Verstoßes gegen das "Gesetz über elterliche Rechte in der Bildung" ermitteln. Das Gesetz von Gouverneur Ron DeSantis verbietet Lehrkräften, über die "sexuelle Orientierung und Genderidentität" zu unterrichten. Bei Verstoß drohen hohe Geldstrafen, was dazu führte, dass etliche Schulen umstrittene Bücher aus den Schulbibliotheken entfernten.

"Keiner meiner Schüler hat sich darum gekümmert"

Barbee kennt das Gesetz. Im TikTok-Video betont sie, dass sie den Kindern den Film nicht wegen der "LGBTQ+-Figur" gezeigt habe. Der Aspekt im Film sei "harmlos", argumentiert sie: "Keiner meiner Schüler hat sich darum gekümmert oder mit den Augen gezuckt. Sie wussten nicht einmal, dass dies eine große Sache war, bis das Vorstandsmitglied und der Staat es zu einer großen Sache machten." Ihrer Einschätzung nach seien es eher die Befragungen durch die Ermittlerinnen und Ermittler, die die Kinder nun traumatisierten.

"Strange World" erzählt von einer Entdeckerfamilie, die für den Erhalt einer überlebenswichtigen Pflanze kämpft. Um das Gewächs zu retten, müssen sie ein vor Jahren verschollenes Familienmitglied aufspüren und reisen dafür in eine fantastische Welt. Der Film ist bei Disney+ abrufbar.