Wegen Mobbing aus dem Schulbus geflogen: Vater lässt Tochter acht Kilometer laufen

Hannah Sommer
Freie Autorin für Yahoo Style
Weil einer Schülerin wiederholt die Nutzung des Schulbusses untersagt wurde, erteilt ihr Vater ihr eine kleine Lektion. (Symbolbild: Getty Images/ Valueline)

Weil seine Tochter zum wiederholten Male wegen Mobbings aus dem Schulbus geworfen wurde, wollte der Amerikaner Matt Cox ein Exempel statuieren. Er ließ die Zehnjährige den Weg zur Schule laufen – acht Kilometer bei Dezemberwetter. In einem Video erklärt er seine Motive. Die Reaktionen fallen sehr unterschiedlich aus.

“Diese kleine Dame ist meine zehn Jahre alte Tochter, die nun schon zum zweiten Mal in diesem Schuljahr aus dem Bus geschmissen wurde, weil sie einen Mitschüler mobbte,” leitet Matt Cox aus Ohio ein zweiminütiges Video ein, das er Anfang Dezember auf Facebook postete. Darauf ist ein Mädchen von hinten zu sehen, das am Straßenrand entlangläuft. Matt fährt mit dem Auto hinterher.

“Am Freitag brachte meine Tochter ein Schreiben mit, in dem erklärt wurde, dass sie nicht mehr im Bus mitfahren darf. Sie sagte: ‘Papa, du wirst mich nächste Woche in die Schule bringen müssen.’ Wie ihr jetzt sehen könnt, wurde sie eines Besseren belehrt.” Das Video wurde in wenigen Tagen mehr als 18 Millionen Mal angesehen.

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“Lektion fürs Leben!!!

UPDATE: Lektion gelernt! Alle ihre Gliedmaßen sind intakt, sie ist glücklich und gesund und scheint einen neuen Blick auf das Thema Mobbing und Wertschätzung gewonnen zu haben.”

Facebook-User diskutieren über die Erziehungsmethode

Die Kleine musste an diesem Morgen acht Kilometer bei knapp zwei Grad Celsius zur Schule laufen. Cox war sich offensichtlich schon während der Aufnahme darüber bewusst, dass er für seine Erziehungsmethoden kritisiert werden würde: “Ich weiß, dass nicht alle Eltern unter euch damit einverstanden sein werden, das ist schon in Ordnung. Aber ich mache, was ich für richtig halte, um meiner Tochter eine Lektion zu erteilen und sie fürs Mobben zu bestrafen.”

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Er sollte recht behalten: Mehr als siebzigtausend Kommentare haben sich unter dem Post mittlerweile gesammelt. Darunter sind Befürworter und Kritiker seiner Entscheidung. “Du kannst entscheiden, wie du dein Kind erziehen willst,” schreibt ein User, “aber ist es wirklich notwendig, dein Kind in den sozialen Netzwerken zu demütigen?” Ein anderer lobt Cox dagegen dafür, dass er trotz der harten Maßnahme für die Sicherheit seines Kindes sorgt: “Ich finde es toll, dass du ihr folgst, um sicherzugehen, dass sie heil ankommt und gleichzeitig eine klare Botschaft sendest. Das ist strenge Liebe.”

Ein weiterer Kommentar prophezeit dem Vater gar ein dankbares Kind: “Ich denke, dass sie dir später für diese Lektion dankbar sein wird.”

Gegenüber dem lokalen Fernsehsender WTVG erläutert Cox seine Motive noch einmal: “Ich will nur, dass Kinder wissen, dass Worte wirklich wehtun können und lange im Gedächtnis bleiben.” Eltern sollten ihren Kindern so ein Verhalten nicht durchgehen lassen, befindet der Vater. Inwiefern es seinem Kind weiterhilft, dass nun ein Video von ihm im Internet kursiert, erklärt der Vater nicht.

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