Weihnachten in der Pandemie: So antwortest du Kindern auf die Frage, ob der Weihnachtsmann oder das Christkind trotzdem kommen können

Ann-Catherin Karg
·Freie Journalistin
·Lesedauer: 5 Min.

Während Erwachsene im Corona-Jahr 2020 bangen, ob sie bis Weihnachten noch alle Geschenke zusammenbekommen und diese auch rechtzeitig ankommen, stellen sich Kinder ganz andere, durchaus grundsätzliche Fragen: Dürfen Weihnachtsmann und Christkind ihren Job überhaupt erledigen?

Die Weihnachtszeit wird dieses Jahr anders sein. (Symbolbild: Getty Images)
Die Weihnachtszeit wird dieses Jahr anders sein. (Symbolbild: Getty Images)

Der Weihnachtsmann ist ja durchaus ein fröhlicher Geselle, zu dem sich Kinder auf der ganzen Welt hingezogen fühlen und auf dessen Schoß sitzend sie frei von der Seele weg ihre größten Wünsche auspacken. Da in diesem Jahr aber alles anders ist, muss man kein besonderer Pessimist sein, um den Weihnachtsmann angesichts seines voluminösen Bauchumfangs sowie seines offensichtlich fortgeschrittenen Alters eindeutig der Risikogruppe für das neuartige Coronavirus zuzuordnen.

Was, wenn der Weihnachtsmann zum Superspreader wird?

Und das ist nicht das einzige Problem: Darf der Weihnachtsmann denn wie gewohnt sein kontinentübergreifendes Länder-Hopping durchziehen und Geschenke in diversen Wohnungen hinterlassen, in die momentan, wenn überhaupt, gerade mal die engsten Freunde und Verwandte gelassen werden? Oder hat er nicht vielmehr die idealen Voraussetzungen, um zum globalen Superspreader zu werden? Je nach Glaube gelten ähnliche Fragen natürlich auch für das Christkind, das rein optisch zwar schlanker und auch jünger daherkommt, eventuellen Reisebeschränkungen und geltenden Hygieneregeln aber gleichermaßen unterworfen ist.

Kinder müssen sich keine Sorgen machen, denn die Wissenschaftler sind sich einig, dass der Weihnachtsmann immun ist. (Symbolbild: Getty Images)
Kinder müssen sich keine Sorgen machen, denn die Wissenschaftler sind sich einig, dass der Weihnachtsmann immun ist. (Symbolbild: Getty Images)

Die Experten wissen Rat

Wem angesichts solcher Fragen der Schweiß auf die Stirn tritt und die Fantasie aussetzt, tut gut daran, auf diejenigen zu hören, die sich mit der Corona-Materie am besten auskennen. Fachleute, die in schwierigen Zeiten nicht nur epidemiologisch auf dem neuesten Stand sind, sondern quasi interdisziplinär auch zu Weihnachts-Experten taugen.

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Prof. Uwe Janssens ist Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Kardiologie im St.-Antonius-Hospital Eschweiler und beantwortete eine entsprechende Frage kürzlich beim virtuell abgehaltenen Kongress der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. Obwohl qua Alter durchaus ein potenzieller Risikopatient, müsse sich niemand um die Gesundheit des Weihnachtsmannes sorgen, sagte er. Schließlich sei er mit Superkräften ausgestattet und verfüge über ein hervorragendes Immunsystem. Dies seien die gegebenen Fakten, und überdies könne es laut des Mediziners sein, dass der Weihnachtsmann während seiner Tour eine FFP2-Maske trage. Gefahr gebannt!

Auch die Geschenke sind safe

Der Hygiene-Experte Klaus-Dieter Zastrow gab ebenfalls grünes Licht. Eine Ansteckungsgefahr bei der Geschenkeübergabe bestehe höchstens dann, wenn ein Infizierter just in diesem Moment auf das Geschenk huste und der Beschenkte es direkt anfasse. Da der Weihnachtsmann die Geschenke aber lange vor dem Auspacken deponiere, sei auch das kein Problem.

Fauci: "Der Weihnachtsmann ist immun"

Die deutschen Wissenschaftler sind aber längst nicht die einzigen Experten auf dem Gebiet. Der US-Virologe Anthony Fauci hat sich ebenfalls schon eingängig mit der Weihnachts-Problematik beschäftigt und verkündete in der Sendung "USA Today" gute Neuigkeiten für alle Kinder: Der Weihnachtsmann sei vollkommen immun und könne darum nicht nur selbst nicht an Covid-19 erkranken, sondern das Virus auch nicht übertragen. "Er wird niemanden anstecken", versicherte der Experte.

Die Politiker machen Mut

Ein bisschen anders sieht die Sachlage laut Ministerpräsident Guiseppe Conte in Italien aus. Auf den Brief eines Fünfjährigen hatte dieser geantwortet, der Weihnachtsmann bekäme für seine Reise um die Welt eine Sondergenehmigung. Abgesehen davon müsste aber auch er sich an die Abstandsregeln halten und eine Maske tragen.

Boris Johnson ist sich sicher, dass der Weihnachtsmann kommt. (Bild: Getty Images)
Boris Johnson fragte gleich persönlich bei "Father Christmas" nach (Symbolbild: Getty Images)

Boris Johnson rief gleich selbst am Nordpol an

Auf einen ähnlichen Brief antwortete der britische Premierminister, nicht unbedingt eine Autorität auf dem Gebiet der Coronavirus-Bekämpfung, etwas ausweichend, dafür aber mit großer Zuversicht und einer Portion Hybris: Er selbst hätte am Nordpol angerufen, schrieb er dem achtjährigen Monti, und wisse nun sicher, "dass der Weihnachtsmann bereit ist und in den Startlöchern steht – ebenso wie Rudolph und die anderen Rentiere."

EU-Staaten: Weihnachtsmann fällt nicht unter Corona-Reiseregeln

Der Weihnachtsmann gefährde niemandes Gesundheit, wenn er sich wie gewohnt verantwortungsbewusst verhalte und schnell und sicher arbeite. Dazu lobte er die Idee des Jungen, Handdesinfektionsmittel neben die obligatorischen Kekse zu stellen:

Das sagt der Betroffene selbst

Wessen Kinder jetzt immer noch zweifeln, kann sie immer noch mit Zitaten aus erster Hand trösten. Wie schon in den Jahren zuvor gab der Weihnachtsmann der Zeitung "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" auch im Corona-Jahr ein Interview. Es bestehe keinerlei Gefahr, dass die Geschenke ausblieben, versprach er darin. Obwohl er mit dem langen Bart manchmal unangenehm sei, werde er selbstverständlich eine Maske tragen.

Und doch liest sich eine Aussage dann doch so, als würde er das Restrisiko nicht selbst tragen wollen. Am Heiligabend seien es die Wichtel, die die Geschenke unter den Baum legten. Ein kleines aber feines Detail, dass man seinen Kindern ja aber nicht unbedingt verraten muss. Das Christkind war für ein Statement leider nicht zu erreichen.

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