Weil sie ihre Entwürfe gestohlen hat, stellt Design-Studentin ihrer Kommilitonin eine Falle

Eine südkoreanische Design-Studentin hat eine Kommilitonin auffliegen lassen, weil diese wiederholt die Arbeit anderer als ihre eigene ausgegeben hat. Ihre Rache wurde von langer Hand geplant.

Gemeinsame Lerngruppe oder Inspirationsquelle: Eine Kunst-Studentin aus Südkorea hat eine Kommilitonin auffliegen lassen, weil sie ihre Entwürfe gestohlen hatte. (Foto: Symbolbild / gettyimages / Luis Alvarez)

Rache ist süß: Eine südkoreanische Design-Studentin hat ihrer Kommilitonin eine Falle gestellt, nachdem diese zuvor für eine Präsentation Entwürfe gestohlen und als ihre eigenen ausgegeben hatte. Die Geschichte der beiden Studentinnen Grace und Jane wurde zuerst auf Reddit veröffentlicht und dort tausendfach geteilt – ob sie allerdings genau so stattgefunden hat, lässt sich nicht nachprüfen. Das liegt an den Regeln des Forums.

Veröffentlicht hat die Geschichte der anonyme Nutzer oder die anonyme Nutzerin „sgy0003“ unter der Überschrift „Steal my design and get all the credits? Enjoy getting kicked off“ (etwa: „Klaue meine Entwürfe und ernte die Anerkennung dafür? Dann viel Spaß beim Rauswurf“). Alle darin genannten Namen sind zudem Pseudonyme. Denn eine Voraussetzung von Reddit lautet: keine identifizierenden Informationen. Doch das leistet der Quintessenz des Beitrags – er wurde im Unter-Forum „Pro Revenge“ geteilt, für besonders ausgefeilte Vergeltungen – keinen Abbruch.

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Keine Chance auf Aufklärung

Alles begann damit, dass sich Grace und Jane während ihres gemeinsamen Design-Studiums anfreundeten. Als sie über ihre erste große Prüfung sprachen, die bald anstand, fragte Jane nach Graces Entwürfen. Die führte gern vor, woran sie lange gearbeitet hatte: Skizzen von Handtaschen und Geldbörsen, bereits mit detaillierten Nahtlinien und Mustern eingearbeitet. Sie erhielt dafür Top-Noten. Jane war weniger erfolgreich und bat Grace um Rat – die gern helfen wollte und Tipps gab.

Doch die halfen wenig, denn Jane war unaufmerksam, kam zu spät zum Unterricht, zeigte nie Wertschätzung oder Dank für die Hilfe und beschwerte sich ständig, wie kompliziert die Skizzen waren.

Als die Zwischenprüfungen anstanden, hatte Grace die Nachhilfe schon lange aufgegeben – Jane war zu faul und zu ignorant. Umso überraschter war sie, dass Jane für die Präsentation einen Entwurf von ihr kopiert hatte und als den eigenen ausgab. Zwar konnte sie eine andere Skizze vorstellen, dennoch beschwerte sie sich später bei ihrem Dozenten. Der sagte, er könne nichts ändern, da Janes Vater großen Einfluss an der Universität besitzen würde.

Revanche - über Wochen geplant

An diesem Punkt fasste Grace einen Rache-Plan, um Jane auffliegen zu lassen. Als das Semester dem Ende entgegenging und die Abschlussprüfung anstand, bot sie Jane ihre Hilfe beim Lernen an. Die Prüfung sollte in einer Präsentation dreier Entwürfe bestehen – jedoch nicht nur vor dem Dozenten des Kurses, sondern vor Branchen-Experten und -Expertinnen.

In den Wochen davor brachte Grace ein Skizzenbuch mit zu ihrer Arbeitsgruppe mit Jane – voller Entwürfe bekannter Designer und Designerinnen. Sie selbst nutzte es zur Inspiration für ihre eigenen Werke. Doch das verschwieg sie Jane. Im Geheimen arbeitete sie währenddessen an ihren eigenen Entwürfen weiter.

Bei der Abschluss-Präsentation stellte Jane also drei Entwürfe vor, die sämtlich aus Graces Skizzenbuch kopiert waren. Sie versicherte auf Nachfrage der Experten und Expertinnen die Originalität ihrer Arbeit. Die aber erkannten sofort, dass es sich um Plagiate handelte und konfrontierten Jane: Dass es sich um beliebte Designs dreier großer Marken handelte und dass Jane im Arbeitsalltag für so eine offensichtliche Kopie mindestens gefeuert, wahrscheinlich zusätzlich sogar verklagt worden wäre. Zwar blieb das Jane erspart, dennoch wurde sie für ihren Betrug der Universität verwiesen und exmatrikuliert.

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Wahr oder nicht wahr - zumindest möglich

Auf Reddit sammelte der Beitrag in den vergangenen beiden Wochen zahlreiche Kommentare. Die klangen etwa so: „Großartige Revanche. Note 1.“ Oder: „Rache ist süß!“ Doch auch zahlreiche Kommentare zweifelten die Echtheit der Geschichte an oder wiesen auf die Parallelen zu einer Folge der Zeichentrickserie „Miraculous Ladybug“ („Miraculous – Geschichten von Ladybug und Cat Noir“) hin.

Doch es gab auch viele Stimmen, die wie der folgende Kommentar klangen: „Leider passieren solche Vorfälle in Südkorea tatsächlich sehr häufig. Reiche bestechen die Polizei, um sich Ärger zu ersparen oder bezahlen Lehrkräften Geld, um dem Nachwuchs gute Noten zu ermöglichen. Traurig, aber wahr.“

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