Weltglückstag am 20. März: Das sind die Tipps der Glücksforscher

Hannah Sommer
Freie Autorin für Yahoo Style
Ab einem bestimmten netto Haushaltseinkommen macht auch Geld nicht mehr glücklich – was kommt danach? (Symbolbild: Getty Images)

Glücklich zu sein gehört zu den schwierigsten Lebensaufgaben überhaupt. Die Wissenschaft weiß jedoch inzwischen, wie man sich dem Zustand zumindest immer weiter annähert.

Ein großes Haus, ein Swimmingpool und ein paar Millionen auf dem Konto. So oder so ähnlich malen sich viele Menschen ein vollkommenes und erfülltes Leben aus. Doch machen all diese Dinge auch glücklich? Die Antwort lautet: Ja. Allerdings nur sehr kurz. Denn der Mensch neigt dazu, sich sehr schnell an neue Umstände zu gewöhnen und sich gleich wieder nach dem Nächsthöheren zu sehnen.

Ab “Break-Even-Point” kaum noch Glückszuwachs

Laut dem Diplom-Psychologen und Glücksforscher Tobias Rahm von der Technischen Universität Braunschweig gibt es sogar eine materielle Grenze, ab der das empfundene Glück praktisch nicht mehr ansteigt. Der “Braunschweiger Zeitung” sagte Rahm: “Wenn man die Studien auswertet, kann man sagen: Mehr materieller Wohlstand führt in der Regel nicht zu mehr Glück.” Es gebe einen “Break-Even-Point”, der bei ungefähr 1.500 Euro netto Haushaltseinkommen liege. “Bis dahin ist mehr Geld auch mit mehr Wohlbefinden und größerer Zufriedenheit verknüpft. Darüber hinaus schwächt sich der Effekt dann merklich ab.”

Wenn aber materielle Dinge den Glückshaushalt auf lange Sicht nicht befriedigen, was dann? Forscher in aller Welt haben sich darüber in den vergangenen Jahren den Kopf zerbrochen – und Antworten gefunden. Die einhellige Meinung: Meist ist das Glück in den kleinen Dingen des Lebens zu finden, wie auch Tobias Rahm bestätigt.

Hunde machen glücklich

Hunde machen uns Menschen glücklicher – das ist wissenschaftlich bewiesen. (Symbolbild: Getty Images)

Dem Fachmagazin “Psychology Today” zufolge machen beispielsweise Hunde glücklicher. Dabei zitiert das Journal unter anderem Studien der University of New York. So ist erwiesen, dass Hunde die Stimmung ihrer Besitzer verbessern, das Stressempfinden senken und einen durch tägliches Gassigehen in Bewegung halten. Und Bewegung, das zeigt Studie um Studie, ist einer der Schlüssel zu einem glücklichen Leben.

Lachen – dann kommt das Glück von ganz alleine

Mit einem Lächeln tut man sich im Büro nicht nur selbst einen Gefallen. (Bild: Getty Images)

Auch ein anderes Phänomen konnten Wissenschaftler inzwischen gut erforschen: Lachen macht glücklich! Studien der University of Cardiff in Wales sowie der University of Kansas in den USA haben gezeigt, dass selbst das Vortäuschen eines Lächelns bereits signifikante Auswirkungen auf unser Wohlbefinden hat. Man muss sich also nicht erst glücklich fühlen, um zu lachen, sondern holt mit einem Lächeln das Glück herbei. Ganz besonders glücklich macht es, wenn man nicht nur für sich lacht, sondern seinen Mitmenschen ein Lächeln schenkt.

Das ganze große Glück kommt durchs Geben

Wissenschaftler haben auch herausgefunden, was als das ultimative Glücksempfinden bezeichnet werden kann und wie man es bekommt. Die simple Antwort lautet: Geben. In ihrem Buch “The Giving Way to Happiness: Stories and Science Behind the Life-Changing Power of Giving” fasst die Autorin Jenny Santi etliche wissenschaftliche Erkenntnisse zusammen, die belegen, dass praktizierte Nächstenliebe, Empathie und Opferbereitschaft langanhaltendes Glück spenden.

Auch in China weiß man um das Wundermittel des Gebens. Ein chinesisches Sprichwort lautet nämlich: “Wenn du eine Stunde lang glücklich sein möchtest, mach ein Nickerchen. Wenn du Glück für einen Tag haben möchtest, geh Angeln. Wenn du ein Jahr lang glücklich sein willst, erbe ein Vermögen. Wenn du dein Leben lang glücklich sein willst, hilf jemandem.”

Glück durch Glauben

Auch der Glaube macht wissenschaftlich betrachtet glücklich. (Bild: Getty Images)

Und noch einen Glücksbringer gibt es: den Glauben. Andrew Clark von der School of Economics in Paris und Orsolya Lelkes vom European Centre for Social Welfare Policy and Research haben 2008 nachweisen können, dass Glaube einen Einfluss auf das persönliche Glück hat. So würden religiöse Menschen etwa eine Scheidung oder einen Jobverlust psychologisch besser verkraften als Agnostiker oder Atheisten. Auch ansonsten erwiesen sich Gläubige als die glücklicheren Menschen. Der Religionsexperte Leslie Francis von der Universität von Warwick sagte dazu: “Die Ergebnisse passen zu anderen Untersuchungen, die vermuten lassen, dass Religion einen positiven Effekt hat.”