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Die Weltmeere und die Angst vor dem "Klima-Armageddon"

Vor der Südwestküste Großbritanniens – im Nordatlantik: Wissenschaftler der „Marine Biological Association“ haben alarmierende Oberflächentemperaturen des Meeres gemessen.

Eine ständige Sorge – aber dieses Jahr mehr denn je: Zu Beginn des Sommers waren die Temperaturen bis zu 5 Grad höher als im Durchschnitt, sagt Dr. Dan Smale von der Meeresbiologischen Vereinigung: „Die Meerestemperaturen liegen immer noch fast 2 Grad über dem langjährigen Durchschnitt, und das war fast das ganze Jahr über der Fall.“

Das Team beobachtet nicht nur die Temperaturen, sondern seit einem Jahrzehnt auch den Seetang in diesem Teil Südwestenglands. Und in diesem Sommer waren die Temperaturen so alarmierend, dass sie den Seetang an die Grenze dessen brachten, was er verkraften kann. Und das ist wichtig, denn er ist die Grundlage für die marinen Ökosysteme, die Großbritannien umgeben.

Cat Wilfing von der Meeresbiologischen Vereinigung sagt: „Ein paar Grad hört sich nicht nach viel an - in einer Meeresumwelt, die thermisch relativ stabil ist - aber das könnte enorme Auswirkungen haben - das wollen wir mit unserer Forschung herausfinden…“

Seetang und Seegras als Gradmesser

Das Team hat Experimente zur Gesundheit von Seetang und Seegras durchgeführt - beide im Meer und im Labor, um zu sehen, was passieren wird, wenn sich die derzeitigen Trends fortsetzen ... Seegras wird bei den derzeitigen und den für die Zukunft prognostizierten Wassertemperaturen untersucht.

Dr. Dan Smale von der Meeresbiologischen Vereinigung ist besorgt: „In diesem Jahr waren die Meerestemperaturen – insbesondere im Nordatlantik – alarmierend... Die Erwärmung der Ozeane und die Hitzewellen im Meer werden in den kommenden Jahrzehnten zunehmen, was enorme Folgen für die Fischerei, die Aquakultur und die Erhaltung der marinen Ökosysteme haben wird.“

Seetang und Seegras unterstützen die Ökosysteme in Europa auf die gleiche Weise wie Korallen. Aber im Gegensatz zu Korallen ist Seetang auf der ganzen Welt in großen Mengen zu finden. Von den gemäßigten Ozeanen bis zur Arktis.

"Das Klima-Armageddon kommt näher"

Das sieht Cat Wilding kommen: „Es fühlt sich so an, als käme das Klima-Armageddon ein wenig näher – einige der Dinge, die wir für fast schon Fantasie und Science-Fiction gehalten haben, laufen Gefahr, noch zu unseren Lebzeiten einzutreten.“

Die vom EU-Klimawandeldienst „Copernicus“ – gesammelten Daten zeigen, dass das Jahr 2023 in Bezug auf die Meeresoberflächentemperatur ein alarmierendes ist. Drauf wiest Prof. Helen Findlay vom Meereslabor in Plymouth hin: „Wir haben im Pazifik Beispiele gesehen, bei denen das Absterben von Fischen mit der Erwärmung in Verbindung gebracht wurde – und es wäre nicht falsch zu sagen, dass wir kurz davor stehen, dies auch in den britischen und europäischen Meeren zu erleben.“

Während die Temperaturen die Grundlagen der Meeresökosysteme auf die Probe stellen, analysieren Wissenschaftler weiterhin, was kurzfristig zu erwarten ist – und wie die Ozeane für künftige Generationen aussehen könnten.