Weltumwelttag: Von diesen Superfoods sollten wir die Finger lassen

redaktion@spot-on-news.de (the/sas/spot)
Sie haben reichlich Vitamine und erleben einen wahren Hype. Doch manche Superfoods sind nicht so super wie ihr Ruf. Im Gegenteil: Quinoa, Goiji-Beeren und Co. schaden der Umwelt.

Wir haben sie in unserem Salat, pimpen unser Müsli mit ihnen und auch bei warmen Gerichten dürfen sie nicht fehlen: Superfoods. Dass Chiasamen, Goji-Beeren oder Quinoa teuer sind, stört uns dabei meist ebensowenig wie die Tatsache, dass sie, beziehungsweise ihr Anbau, der Umwelt schaden.

Avocado

Viele mögen sie, weil die Avocado ein vielseitiges Superfood ist: Im Salat, auf dem Brot oder zu Guacamole verarbeitet. Doch im Nachhaltigkeits-Check schneidet die grüne Powerfrucht nicht gut ab. Um ein Kilogramm Avocados zu ernten, werden 1.000 Liter Wasser benötigt. Zum Vergleich, die gleiche Menge Tomaten benötigt um die 170 bis 180 Liter, Salat sogar nur 130 Liter. Die Avocado-Nachfrage steigt aber weiter und so werden immer mehr Waldflächen gerodet, um Ackerland zu gewinnen.

Doch nicht nur das, wer sich mit einer Avocadoplantage ein goldenes Näschen verdienen möchte, muss Geduld haben: Ein Setzling braucht sieben Jahre bis er zum ersten Mal trägt. Bei 1.000 Pflanzen kann sich das aber durchaus lohnen, die können einen Gewinn von einer halben Million Dollar pro Jahr abwerfen.

Quinoa

Quinoasalat sieht außergewöhnlich aus, doch heimische Linsen wären besser. Durch die hohe Nachfrage steigt der Preis auch in den Herkunftsländern. Da lohnt es sich für die Einheimischen eher das Produkt ins Ausland zu verkaufen. Bauern verkaufen die Ernte also lieber komplett, als sie selbst zu essen.

Soja

Soja ist vor allem bei Veganern beliebt. Doch wer die Hülsenfrucht konsumiert, sollte sich vorher gut darüber informieren, wo sie herkommt. Sojamilch hat zwar eine bessere Klimabilanz als Kuhmilch, doch in Südamerika wird dafür viel Regenwald abgeholzt.

Cashewnüsse

Wer denkt beim Snacken von Cashewnüssen schon an die Arbeiter? Cashewnüsse kommen bei uns geschält und sauber an. Doch im Hauptanbaugebiet? In Indien müssen die Arbeiter leiden: Die Entfernung der Schale ist extrem aufwändig und kann die Hände verätzen.

Goji-Beeren

In Goji-Beeren wurden schon häufiger hohe Pestizid-Belastungen festgestellt. Der Anbau in Asien unterliegt eben nicht den gleichen Richtlinien wie in Europa. Warum also nicht einfach statt Goji-Beeren Rosinen ins Müsli tun?

Chia-Samen

Chia-Samen benötigen bei ihrem Wachstum ähnlich viel Wasser wie Avocados. Der Boom um die begehrten Samen führt in den Anbaugebieten zu Wassermangel, weil eine künstliche Bewässerung nötig ist. Und was noch hinzu kommt: Nicht nur während der Wachstumsphase benötigen die Pflanzen viel Wasser, auch bei der Reinigung der Samen ist der Wasserverbrauch enorm. Da die Pflanzen sehr schädlingsanfällig sind, verwenden die Bauern außerdem viel Pestizide.

Kokosöl

Kokosöl ist nicht gerade gut für unseren ökologischen Fußabdruck. Auch das Wundermittel ist nicht frei von Lastern. Hierfür wird viel Fläche abgeholzt, außerdem ist der Transport aus den Tropen - wer hätte es gedacht - mit einem enorm hohen CO2-Ausstoß verbunden.

Das sind Alternativen

Aber zum Glück gibt es heimische Alternativen zu Superfoods. Chia kann mit Leinsamen ersetzt werden und auch Heidelbeeren sind voll mit gesunden Vitaminen - und Geld spart man damit auch noch!

Foto(s): [M] Losangela/Chris Rubino/Shutterstock.com