Weniger Plastikmüll: Zahnpastatuben von Henkel werden nachhaltig

Hannah Klaiber
·Freie Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

Übertrieben verpackte Lebensmittel kann man im Supermarkt einfach liegen lassen, für Obst und Gemüse gibt es wiederverwendbare Tüten und Netze und wer bewusst einkauft, bekommt schnell ein Gefühl dafür, wie man Plastikabfall einsparen kann. Schwieriger wird das bei Drogerieartikeln wie Zahnpasta. Doch der Hersteller Henkel verspricht für die nahe Zukunft eine umweltfreundliche Verpackung.

Bislang galt es als Herausforderung, Zahnpastatuben so herzustellen, dass sie recycelt werden können. (Bild: Getty Images)
Bislang galt es als Herausforderung, Zahnpastatuben so herzustellen, dass sie recycelt werden können. (Bild: Getty Images)

Rund fünf Tuben Zahnpasta verbraucht jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr, wobei von unterschiedlichen Geschmacksrichtungen bis zum Bleaching-Effekt oder den extra Schutz bei empfindlichen Zahnhälsen diverse Vorlieben und Ansprüche befriedigt werden. Zahnhygiene ist wichtig, und doch gibt es ein Problem bei den handelsüblichen Pasten.

Handelsübliche Zahnpastatuben können nicht recycelt werden

Die Kunststofftuben bestehen neben einer Aluminiumschicht auch aus mehreren aus Kunststoff-Materialmix bestehenden Schichten, die sich im Nachhinein nicht mehr trennen lassen. Damit können die Tuben nicht recycelt werden. Im Frühjahr 2020 brachte Colgate-Palmolive als erster Hersteller nach mehrjähriger Forschung die Zahnpasta ”Smile for Good“ in den Handel, bei deren Verpackung erstmals das Material High-Density-Polyethylen (HDPE) in verschiedenen Qualitäten und Stärken zum Einsatz kam. Dabei handelt es sich um eine harte Variante von Polyethylen (PE), das zuvor als zu stabil erachtet wurde, um daraus ausdrückbare Tuben herzustellen.

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Henkel stellt bis Anfang kommenden Jahres seine Zahnpastatuben über alle Marken hinweg auf vollständig recycelbares Material um.
Henkel stellt bis Anfang kommenden Jahres seine Zahnpastatuben über alle Marken hinweg auf vollständig recycelbares Material um.

Der erste Schritt auf dem Weg zum komplett recycelbaren Sortiment

Eben jenes Materials bedient sich jetzt auch der Hersteller Henkel, der mit der sogenannten Greenleaf-Technologie künftig bis zu 700 Tonnen Verpackungsmaterial einsparen will, wie das Unternehmen auf seiner Website schreibt. Henkel bezieht die komplett recycelbare und damit Umwelt schonendere Verpackung vom Zulieferer Albéa und will das komplette Sortiment an Zahnpasten bis Anfang 2021 umgestellt haben.

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Die erste Zahnpasta, die in der neuen Tube samt recycelbarem Deckel verkauft werden soll, ist die der spanischen Marke Licor del Polo. Die Tuben sind nicht nur wiederverwertbar, sondern haben in der Produktion auch einen kleineren CO2-Fußabdruck. Laut Philippe Blank, Leiter nachhaltige Verpackungen bei Henkel Beauty Care, will Henkel bis zum Jahr 2025 nur noch komplett recycelbare Verpackungen im Sortiment haben.

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