Werbung verhöhnt AKK und Klinsmann

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin

Aus und vorbei: Annegret Kramp-Karrenbauer und Jürgen Klinsmann verkündeten ihren Rücktritt. Ein gefundenes Fressen für die Werber von Sixt und BVG. Die verspotten die CDU-Chefin und den Hertha-Trainer mit ihren Anzeigenmotiven.

Jürgen Klinsmann und Annegret Kramp-Karrenbauer. (Bilder: Getty)

In den vergangenen Tagen gab es eine regelrechte Rücktrittswelle: Zum thüringischen FDP-Politiker Thomas Kemmerich gesellten sich die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und der Hertha-Trainer Jürgen Klinsmann.

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AKK und Klinsi rückten damit in den Fokus der Werber der Autovermietung Sixt und der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Die sahen die Rücktrittsankündigungen offensichtlich als Steilvorlage und lästern munter im Netz über die beiden.

Ein neues Werbe-Motiv für den Carsharing Dienst Sixt Share zeigt die CDU-Chefin, darunter der Slogan: “Man muss ja nicht gleich gehen”. Damit sammelte das Unternehmen bei Facebook, Instagram und Twitter fleißig Likes bei der Netzgemeinde.

Als nur wenig später Jürgen Klinsmann seinen Rücktritt als Trainer von Hertha bekannt gab, machte sich Jung von Matt, die Werbeagentur von Sixt, keine Mühe mehr mit einem neuen Slogan.

Sie tauschten auf dem Anzeigenmotiv einfach das Foto von AKK gegen das von Klinsmann aus, montierten Klebestreifen an den Konturen des Trainer-Fotos und kommentierten das neue alte Motiv mit: “Täglich grüßt das Murmeltier.“

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Auch die BVG verhöhnte Klinsmann mit einem Anzeigenmotiv. “Direkt nach dem Einstieg zügig zurücktreten. Als Fahrgast wäre Jürgen Klinsmann vorbildlich“, heißt es da.

Und als kleinen Seitenhieb auf den Wirbel im Januar um die fehlende Trainerlizenz kommentiert der BVG höhnisch: “Nur seine Scheine sollte er schneller finden“. Klinsmann gab damals an, die notwendigen Unterlagen in seinem Haus in Kalifornien vergessen zu haben. Am Mittwochabend erklärte sich Klinsmann in einem Live-Video auf Facebook zu seinem Rücktritt und zeigte sich auch verärgert über den Aufruhr zu seiner fehlenden Trainer-Lizenz: “Meine Fußballlehrerlizenz war nie abgelaufen. Die ganze Scheiße, die da erfunden wurde, das hätte auch nicht sein müssen. Aber es war halt so.“

Da bewahrheitet sich wohl einmal mehr: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

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