Wetter im September: Das sagen die Bauernregeln

·Freie Journalistin
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Kluge Köpfe sagen, man solle sich nicht über Dinge ärgern, die man sowieso nicht ändern kann. Ein Paradebeispiel dafür ist das Wetter. Und doch kann es nicht schaden, wenigstens auf das vorbereitet zu sein, was einen in nächster Zukunft erwartet.

Sunrise at a little lake in Wessling, Starnberg, Upper Bavaria, Germany.
Dürfen wir uns auf einen trockenen und sonnigen Spätsommer freuen oder wird der September verregnet? (Symbolbild: Getty Images)

"Gib auf Ägidius wohl acht, er sagt dir, was der Monat macht"

Der erste Tag des Monats September steht im Geiste des heiligen Ägidius (* um 640 in Athen, † am 1. September 720 in Saint-Gilles). Am Todestag des griechischen Kaufmanns, der einige Zeit als Einsiedler in der Provence lebte, bevor er in Saint-Gilles die gleichnamige Benediktiner-Abtei gründete, soll ein Wegweiser für den gesamten September sein. Ist es am 1. September kühl, soll es die kommenden vier Wochen in zwei von drei Fällen ebenfalls überwiegend kühl bleiben. Ist es für die Jahreszeit zu warm, liegt die Chance, dass auch der Restmonat zu hohe Temperaturen aufweist, laut "wetter.de" bei 60 Prozent. Ähnliche Zahlen gelten für den Fall, dass es regnet und damit vergleichsweise zu nass für den Frühherbst ist. Ist es dagegen zu trocken, liegt die Wahrscheinlichkeit für einen zu trockenen September sogar bei 80 Prozent.

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Wer es lieber ohne Heilige mag, kann sich an dieser Bauernregel orientieren: "September schön in den ersten Tagen, will den ganzen Herbst ansagen."

"Nach Ägidius zieh'n die Gewitter wieder heim."

Die Häufigkeit von Gewittern nimmt meist mit dem Beginn des Septembers ab. Der Grund dafür: Nicht wenige werden ausgelöst, wenn sich bei Hitze der Boden stark aufheizt, was nach August oft nicht mehr passiert.

Neben Ägidius zählen noch weitere Heilige

Dabei gibt es eine ganze Reihe von Heiligen, die in ähnlicher Weise ebenfalls mit dem Wetter in Verbindung gebracht werden. Hier eine Auswahl:

"Ist Regine (7. September) warm und sonnig, bleibt das Wetter lange wonnig."

"Wie sich das Wetter am Mariä Geburt (8.September) verhält, so ist´s noch vier weitere Wochen bestellt."

"Regnet´s am Sankt Gorgonstag (9. September), geht die Ernte verloren bis auf den Sack."

Das Wetter beeinflusst die Ernte, den Winter und das kommende Jahr

Für Bauern ist die Ernte natürlich das Maß aller Dinge. Und für die gilt im September im Guten oder im Schlechten: "Warmer und trockener Septembermond mit reifen Früchten reichlich belohnt." Und: "Wenn Septemberregen den Weinberg trifft, so ist der Wein schlimmer als Gift."

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Nicht einzelne Tage, wohl aber der September in der Gesamtschau, soll Hinweise auf die Temperaturen im Winter und sogar noch darüber hinaus geben: "Ist der September lind, ist der Winter ein Kind", lautet eine Bauernregel, die in drei von vier Jahren zutreffen soll. 

Die Folge: "Ist der September warm und klar, wir hoffen auf ein fruchtbar Jahr." Oder auch: "September warm und klar, verheißt ein gutes nächstes Jahr."

Regen oder Sonne?

Spannend wird es noch einmal zur Monatsmitte am 17. September als Tag des heiligen Lambert von Maastricht († 705) als Patron der Bauern. Die Bauernregel besagt: "Trocken wird das Frühjahr sein, ist Sankt Lambert klar und rein." In zwei von drei Jahren soll das Frühling trocken ausfallen, wenn das Wetter am 17. September dementsprechend ist. Selbiges gilt für den Fall, dass es regnet.

Gewitter und Winterkälte hängen zusammen

Bei Gewittern im September sollte man nicht nur wegen der Blitzschlaggefahr achtsam sein, sondern sich am besten gleich auf mehr einstellen, denn: "Nach Septembergewittern im Winter viel Schnee- und Kältezittern", oder auch: "Septemberdonner prophezeit viel an Schnee zur Weihnachtszeit."

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Angenehm warm soll es dagegen bleiben, wenn am Tag des hl. Michael (29. September) schönes Wetter ist. Nach dieser Bauernregel gilt das für den Oktober: "Kommt Michael heiter und schön, wird es noch vier Wochen so gehen." Damit ist das gemeint, was auch als Altweibersommer bezeichnet wird.

Nach dieser Bauernregel lässt das Wetter am 29. September sogar eine Prognose für den ganzen Winter zu: "Michael feucht, Winter wird leicht." Oder auch: "Regnet es am Michaelistag, folgt ein milder Winter nach. Wenn aber zu Michel der Wind kalt weht, ein harter Winter zu erwarten steht."

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