WhatsApp: Diese Vorteile bringt der Dark Mode

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin
(Bild: Thomas Trutschel/Photothek via Getty Images)

Schon lange warten WhatsApp-Nutzer auf den Dark Mode. Auch Apple, Google und Microsoft haben die Funktion in die neuesten Updates ihrer Betriebssysteme eingebaut. Aber was kann der dunkle Bildschirmmodus eigentlich?

Bereits seit Anfang dieses Jahres gab es immer wieder Meldungen, dass der Dark Mode für WhatsApp bald kommen soll. Im September sollte es mit der Design-Änderung eigentlich soweit sein, aber sie lässt noch auf sich warten.

Die neue Funktion befindet sich weiterhin in der Beta-Phase und wird ausgiebig getestet, bis sie offiziell an den Start geht, wie WABetaInfo auf Twitter berichtet. Der Blog informiert Nutzer regelmäßig über die neusten Änderungen an der App und hat auch Screenshots veröffentlicht, wie das neue Design des Messengers bald aussehen könnte.

Demnach scheint es derzeit noch Probleme mit der Schriftfarbe im Dunkel-Modus zu geben.

Ein Stück weiter sind da schon Apple, Google und Microsoft. Die Updates auf die Betriebssysteme macOS, Windows 10, Android 10 und iOS 13 machen den langersehnten Dark Mode möglich und die App-Hersteller ziehen nach. Die Foto-App Instagram etwa kann Bilder nun in dem neuen Design präsentieren.

Doch was bringt das eigentlich, außer lediglich schick auszusehen? Navigations-Programme fürs Auto funktionieren schon seit langem auch im Nacht-Modus. Der Vorteil: Wer sich bei Dunkelheit vom Navi leiten lässt, wird beim Fahren nicht durch einen hellen Bildschirm geblendet.

Der Dark-Mode auf Smartphones soll aber noch mehr können. Nachgesagt wurde ihm oft, dass er augenschonend sei. Er solle helfen, die Augen weniger anzustrengen und so für bessere Konzentration beim Lesen von Texten sorgen.

Schont der Dark Mode die Augen?

„Gesünder“ für die Augen ist der Dark Mode jedoch nicht. Studien haben belegt, dass wer in der Jugend ständig auf das Smartphone-Display starrt, auf Dauer seine Sehkraft verliert, sagte Claus Cursiefen Direktor des Zentrums für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Köln gegenüber Spiegel online. „Der Prozess der Kurzsichtigkeit wird dadurch beschleunigt, dass Smartphones zu nahe am Auge sind“, so Cursiefen.

Ob das Display dabei hell oder dunkel eingestellt sei, spiele keine oder nur eine geringe Rolle. Es gebe zwar Untersuchungen, die darauf hindeuteten, dass ein Dark Mode zu weniger Kurzsichtigkeit führe, seriöse Studien dazu existierten dazu aber bisher nicht. Auch vor brennenden, juckenden Augen (Office-Eye-Syndrom) schütze das dunkle Design nicht.

Dark Mode = weniger Akku-Verbrauch?

Ja und nein – es kommt darauf an, welche Display-Technik im Smartphone verbaut ist. Bei LCD wirkt sich der Dark Mode nicht wirklich stromsparend aus, es handelt sich dann lediglich um eine Farbumstellung, beziehungsweise um einen Nachtmodus.

Bei der teureren OLED-Display-Technik zeigen sich jedoch erhebliche Vorteile, was den Akku-Verbrauch im Nachtmodus angeht. Das liegt daran, dass die einzelnen LEDs in den dunklen Bereichen nicht beleuchtet werden müssen. Laut Untersuchungen von Google ist der Verbrauch bei OLEDs im Nachtmodus um stolze 63 Prozent niedriger.

Wie viel Akku gespart werden kann, ist jedoch auch immer von den jeweiligen Apps abhängig.

Das Computermagazin Chip machte den Test mit der Google-Maps-Routenplanung. Die Prüfer setzten auf einer Fahrtstrecke von 50 Kilometern zwei OLED-Smartphones sowohl im hellen, als auch im Dark Mode ein. Ergebnis: „Das Handy mit heller Google-Maps-Anzeige verlor rund ein Viertel seines Akkus, während das Gerät im Dark Mode nur etwa ein Zehntel seiner Energie verbrauchte – ein für die kurze Distanz doch bemerkenswerter Unterschied.“ Bei zwei ebenfalls getesteten LCD-Smartphones machte der Unterschied bei derselben Strecke lediglich zwei Prozent aus.

Fazit: Schick ist der Dark Mode allemal. Mancher empfindet ihn auch für die Augen als angenehmer und bei Nacht wird der Nutzer weniger geblendet. Strom sparen lässt sich mit ihm aber nur, wenn auch moderne Displays genutzt werden.

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